NGOs verlangen Ende der Öl- und Gasförderung im Meer
Über 100 Umweltorganisationen fordern ein Verbot der Öl- und Gasexplorationen in den Meeren auf der Uno-Ozeankonferenz in Nizza.

Das Wichtigste in Kürze
- Über 100 Umweltorganisationen verurteilen die Öl- und Gassuche in den Meeren.
- Sie fordern ein weltweites Verbot weiterer Öl- und Gasexplorationen.
- Der Appell wurde von 111 NGOs aus sechs Kontinenten unterzeichnet.
Mehr als 100 Umweltorganisationen haben die «zerstörerische Praxis der Öl- und Gassuche in den Meeren» verurteilt.
Die Initiative kam von einer Schweizer Organisation. Die Umweltorganisationen fordern die Regierungen weltweit auf, ein sofortiges Verbot weiterer Öl- und Gasexplorationen zu verhängen. Dies soll auf der Uno-Ozeankonferenz im Juni in Nizza beschlossen werden.
Nicolas Entrup von Ocean Care in Zürich erklärte, dass diese Aktivitäten zu den stärksten Lärmbelastungen in den Meeren zählen.
Er betonte, dass der Lärm aus der Öl- und Gasexploration erhebliche Auswirkungen auf die Meeresbewohner hat. «Sie haben schwerwiegende oder gar tödliche Auswirkungen auf die Meeresfauna, vom kleinsten Plankton bis hin zu grossen Walen.»
Der offene Brief geht auf ihre Initiative zurück. Unterzeichnet wurde er von 111 Umwelt-, Klima- und Meeresschutzorganisationen (NGOs) auf sechs Kontinenten.
Meeresökosysteme schützen
Gesunde Meere seien wichtig, unter anderem weil sie einen Teil der Wärme aufnehmen, die im Zuge des Klimawandels entsteht.
Nicolas Entrup von Ocean Care in Zürich erklärte, dass diese Aktivitäten zu den stärksten Lärmbelastungen in den Meeren gehören. Er wies darauf hin, dass sie gravierende Auswirkungen auf das Meeresleben haben.
Europa könne dabei Vorreiter sein. Frankreich, Spanien und Portugal hätten die Suche nach neuen Öl- und Gasvorkommen bereits verboten. Dabei suchen Expeditionen etwa mithilfe von seismischen Druckluftkanonen den Meeresgrund nach Bodenschätzen ab.
Solche Airguns geben kontinuierlich laute Schüsse über ein breites Frequenzspektrum ab, deren Echos Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrunds geben.
Vom 9. bis 13. Juni findet in Nizza an der französischen Mittelmeerküste die dritte Uno-Ozeankonferenz statt, nach New York (2017) und Lissabon (2022).
Es geht darum, in Einklang mit den Zielen des Klimaabkommens von 2015 nun Vereinbarungen zum Schutz der Ozeane zu treffen.
Das entspricht auch einem der 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDG), dem Ziel 14. Dabei geht es darum, Ozeane und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.