Österreich: Experte schlägt Alarm zur Maul- und Klauenseuche
Die Maul- und Klauenseuche breitet sich aus und stellt eine Bedrohung für die Tierbestände in Österreich dar. Ein Experte warnt vor den Risiken der Epidemie.

Die Maul- und Klauenseuche breitet sich in Ungarn und der Slowakei aus und bedroht österreichische Tierbestände. Darüber berichtet «Der Standard».
Experten warnen vor schweren wirtschaftlichen Folgen, während das Burgenland Grenzkontrollen verschärft.
Österreich: Krisenmassnahmen an der Grenze
Um die Einschleppung des Virus zu verhindern, werden 24 kleinere Grenzübergänge von Österreich zu Ungarn und der Slowakei geschlossen. Für die verbleibenden Autobahnübergänge Kittsee (A6) und Nickelsdorf (A4) fordert der burgenländische Krisenstab Bundesheer-Unterstützung an.

Der Virologe Norbert Nowotny betont die Ernsthaftigkeit der Lage. Die betroffenen Betriebe in den Nachbarländern liegen teils weniger als zehn Kilometer von Österreich entfernt.
Das dehnt die Risikozone laut «Der Standard» auf 70 Kilometer entlang der Grenze aus.
Ausbreitung und Unsicherheit
In der Slowakei wurde am 31. März ein weiterer Ausbruch 50 Kilometer nördlich der ursprünglichen Infektionsherde registriert. Drei Wochen nach dem ersten Fall.
Dies deute darauf hin, dass die Epidemie nicht unter Kontrolle sei, so Nowotny.

Wildtiere in grenznahen Wäldern zu Österreich könnten das Virus über die Luft aufnehmen. Deshalb gilt in der Überwachungszone um Levél (Ungarn) ein Jagdverbot.
Virologe mit Appell an Reisende
Nowotny richtet einen dringenden Appell an Urlauber:
«Bitte bringen Sie kein Fleisch und keine Rohfleischprodukte wie etwa Salami, keine Rohmilch und Rohmilchprodukte nach Österreich mit. Entsorgen Sie vor Ihrer Rückkehr auch Essensreste.»
Der Erreger sei hochkontagiös und überlebe in Fleisch oder Tierprodukten über längere Zeit.
Ursprung ungeklärt, wirtschaftliche Risiken
Die Herkunft des Virus in Mitteleuropa bleibt rätselhaft. Nach Nowotny war Europa bis auf zwei Ausbrüche in Grossbritannien 50 Jahre lang frei von der Seuche.
Der aktuelle Serotyp stamme aus der Türkei und dem Mittleren Osten. Ähnlich wie bei Fällen in Norddeutschland im Januar 2025.
Ein Ausbruch in Österreich hätte schwere Folgen. Infizierte Bestände müssten gekeult werden, der Handel in Österreich würde monatelang ruhen.