Dürreperioden im Alpenraum kamen laut Studie immer wieder vor
Neue Studie zeigt, dass aktuelle Dürreperioden im Alpenraum historisch gesehen «nicht einzigartig» sind.

Trockene und heisse Sommer wie in den Jahren 2003, 2015 und 2018 erscheinen den derzeit im Alpenraum lebenden Menschen aussergewöhnlich. Sie sind es aber über längere Zeit hinweg betrachtet nicht, wie eine neue Studie mit Beteiligung der Universität Bern zeigt.
Analysen von bis zu 9000 Jahre alten Holzstücken aus dem Alpenraum zeigten, dass die Sommer im Alpenraum bis etwa ins Jahr 3000 vor Christus relativ feucht gewesen waren. Das teilte die Universität Innsbruck (Ö) am Freitag mit.
Seit 3000 vor Christus zeichne sich ein langfristiger Austrocknungstrend ab, charakterisiert von mehreren markanten Feucht- und Trockenphasen. Insofern seien aktuelle Dürreperioden über die ganzen 9000 Jahre hinweg gesehen laut der Studie «nicht einzigartig».
Forschungsmethodik
Hauptautor der Studie ist der Paläoklimatologe Tito Arosio, der nach Aufenthalten an den Universitäten von Bern und Cambridge nun an der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) tätig ist. Er und sein Team nahmen allein an der Uni Bern während acht Jahren Messungen von Isotopenwerten in Hölzern eines Archivs der Universität Innsbruck vor.
Die bei der Holzbildung eingebauten Sauerstoffisotope zeigen nämlich laut der Mitteilung empfindlich die Verdunstungsverhältnisse während des Wachstums an. Sie sind daher Indikatoren für saisonale klimatische Bedingungen.
Jeweils entlang der Jahrringe schnitten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Lächen- und Arvenhölzer auf und extrahierten in mehreren Schritten den Hauptbestandteil der Zellwände von Jahrringen, die Zellulose. Anschliessend wurde mittels Massenspektronomie ermittelt, wie viel von jeder Isotopenform vorhanden ist.
Ergebnisse veröffentlicht
Publiziert wurde die Studie mit dem Titel «Tree-ring stable isotopes from the European Alps reveal long-term summer drying over the Holocene» am Freitag in der Fachzeitschrift «Sciences Advances».