225 Meter! Eriswil plant grösstes Windrad der Schweiz
Die Gemeinde Eriswil im Kanton Bern plant das grösste Windrad der Schweiz. Doch das Projekt spaltet die Bevölkerung.

Das Wichtigste in Kürze
- In Eriswil BE soll das grösste Windrad der Schweiz entstehen.
- Kritiker befürchten Lärm und eine Verschandelung des Ortsbildes.
- In Gersbach (D) im Südschwarzwald existieren ähnliche Turbinen bereits.
Eriswil plant etwas Grosses: Eine Windturbine von bis zu 225 Meter Höhe soll errichtet werden. Es wäre das höchste Windrad der ganzen Schweiz.
Doch nicht alle sind von der Idee begeistert. Bei einer Diskussionsveranstaltung, über die die «Berner Zeitung» berichtet, kommt es zu einer hitzigen Debatte zwischen Befürwortern und Kritikern.
Mega-Windrad löst Ängste aus
«Das wird kein Windredli, sondern eine riesige, gigantische Anlage», sagt Elias Vogt. Er ist prominenter Kritiker der Windenergie. Er bemängelt vermeintlichen Lärm, Schattenwurf sowie die Verschandelung des Ortsbildes. Ebenso warnt er vor dem aus seiner Sicht wenig erforschten Infraschall.

Befürworter wie Markus Russi kontern, dass die Windkraft eine der günstigsten Energieformen überhaupt sei.
Der Windpark-Betreiber betonte auf der Veranstaltung die lokale Stromproduktion. Es freue ihn immer, die Räder zu sehen und zu wissen, dass gerade vor Ort Strom produziert wird, so Russi.
Gersbach: Vom Widerstand zum Pragmatismus
Rund um Gersbach (D) im Südschwarzwald stehen seit 2016 und 2017 bereits insgesamt acht Windräder mit etwa 210 Meter Höhe.
Auch hier gab es anfangs heftige Diskussionen, wie die BZ schreibt. Damals seien die Emotionen hochgegangen, erinnert sich Ortsvorsteher Andreas Falk.
Doch heute gebe es mehr Akzeptanz. «Die Mehrheit im Dorf hat sich mit den Windturbinen arrangiert», sagt Falk der Zeitung. Befürchtungen, der Tourismus würde leiden oder Zuzügler abgeschreckt werden, hätten sich nicht bewahrheitet.
Entscheid in Eriswil steht bevor
In Eriswil wird das letzte Wort an der Urne gesprochen. Die geplante Turbine soll jährlich 10'000 Megawattstunden Strom liefern – doppelt so viel, wie die Gemeinde benötigt.
Finanziert wird das Projekt laut «Berner Zeitung» durch Aktienkapital und Darlehen, an denen sich die Gemeinde beteiligt. Dazu kommen Bundessubventionen von voraussichtlich 60 Prozent.
Ob Eriswil den Weg von Gersbach gehen kann, bleibt offen. Der Entscheid über die Gelder fällt im Herbst – und könnte richtungsweisend für die Schweizer Windkraft sein.