4,5-Zimmer-Wohnung in Horgen ZH kostet fast fünf Millionen Franken
Die Immobilienpreise in Horgen ZH an der Pfnüselküste erreichen immer höhere Sphären. Grund dafür sind nebst der attraktiven Lage auch die Expats.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Immobilienpreise in Horgen ZH sind in den letzten Jahren stark angestiegen.
- Eine neue 4,5-Zimmer-Wohnung mit Seeblick kostet mittlerweile fast 5 Millionen Franken.
Horgen ZH an der Pfnüselküste wird immer mehr zum Immobilienhotspot. Heute ist die Gemeinde am linken Ufer des Zürichsees ein gefragter Standort für Luxusimmobilien.
Ein aktuelles Beispiel dafür ist ein Neubauprojekt direkt am Zürichsee. Das Dreiparteienhaus «Lago Mio» bietet eine Erdgeschosswohnung mit 4,5 Zimmern und 186,5 Quadratmetern für stolze 4,9 Millionen Franken an.
Das entspricht einem Preis von 26'300 Franken pro Quadratmeter.
«Insbesondere bei Objekten im oberen Segment beobachten wir in Horgen Preise, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren.» Das sagt Niki Thomet der «Zürichsee-Zeitung». Er ist Geschäftsführer der Region Zimmerberg beim Immobilienmakler Engel & Völkers.
Noch vor zehn Jahren hätte man laut Thomet belächelt werden können für den Kauf einer Immobilie in Horgen. Damals galt die Gemeinde nämlich eher als Agglo.
Explodierende Preise wegen Expats
Heute wird die hohe Nachfrage nach Wohnraum in Horgen hauptsächlich durch Expats getrieben: «Diese internationalen Arbeitsnomaden sind sich aus New York, London, Paris oder Singapur ein hohes Preisniveau gewohnt», so Thomet zur Zeitung.
Die Immobilienpreise am Zürichsee seien für Expats «verhältnismässig moderat». In New York könne sogar eine Zwei-Zimmer-Wohnung bis zu sechs Millionen Franken kosten.
Die strategische Lage von Horgen zwischen den Arbeitsorten Zürich und Zug mache es besonders attraktiv für internationale Arbeitnehmer.
Hinzu komme die gute Erreichbarkeit internationaler Schulen wie der Zurich International School mit Standorten in Wädenswil und Adliswil.
Attraktive Lage zwischen Zürich und Zug
Beat Nüesch, Gemeindepräsident von Horgen, bestätigt diese Beobachtungen. Er kennt es aus Einbürgerungsgesprächen: «Ich führe jährlich rund 120 solche Gespräche und frage jeweils nach den Gründen für Horgen.»
Aber es gibt auch eine Kehrseite dieser Entwicklung. Thomet warnt: «Der obere Mittelstand, der von Wohneigentum in Horgen geträumt hatte, kann sich diesen Traum bald nicht mehr verwirklichen.»
Das bekommen auch die Einheimischen an der Pfnüselküste zu spüren. Und sie sind nicht erfreut darüber, wie eine Nau.ch-Umfrage in Kilchberg kürzlich zeigte.
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Bruno aus Kilchberg klagte: «Die Preisentwicklung ist so etwas von ungesund, dass man als Alt-Kilchberger nicht mehr hier wohnen will.» Wenn man umzieht, habe man «keine Chance, etwas Erschwingliches zu bekommen».
Bruno kennt «viele Leute», die die Gemeinde an der Pfnüselküste aus diesem Grund verlassen haben. Als Schuldigen sieht er nicht die Gemeinde an.
«Das Problem sind die Firmen, die ihren ausländischen Angestellten ihre Wohnungen zahlen», sagte er.
Ihn stört zudem, dass die Expats unter sich bleiben und sich nicht in die Gemeinde integrieren wollen. «Sie fahren mit den dicksten Karren vor und können nicht einmal parkieren», nervt er sich.