Die Weiterbildungsinstitutionen reagieren auf die Trends
Auch die Aus- und Weiterbildungsbranche muss sich dem rasanten Technologiewandel anpassen.

Das Wichtigste in Kürze
- Welche Weiterbildung lohnt sich noch? Die Weiterbildungsbranche gibt sich innovativ mit neuen Angeboten.
- Besonders Kompetenzen wie vernetztes Denken sind gefragt und erhalten mehr Raum in Weiterbildungen.
Die Weiterbildungsinstitutionen reagieren auf Trends
Was bedeutet es für die Aus- und Weiterbildungsbranche? Besonders jene «Berufe der Zukunft» im Cleantech- und Energie- und Umwelt-Bereich erfordern die Fähigkeit zum «neuen Denken und Verknüpfen». Da geht es um anforderungsreiche Aufgaben im Bereich Ressourcen-schonende Art der Behandlung von Technologien und Dienstleistungen. Effizienzsteigerung und Kostenminderung spielen in der Berufswelt eine entscheidende Rolle. Fachkräfte für den Bereich Energie und Umwelt sind dementsprechend gesucht. Und: Erkannt hat den Trend auch die Politik. Die kantonale Finanzierung der entsprechenden Lehrgänge steht in den zuständigen Departementen ganz oben auf der Prioritätenliste. Gefordert sind somit nicht nur die Betriebe, die KMU und Konzerne, sondern auch die Weiterbildungsinstitute. TEKO-Basel-Schulleiterin Terry Tschumi beispielsweise bestätigt denn auch, dass Bund und Kantone Ausbildungen wie etwa Techniker/in HF Umwelt und Energie ideologisch und finanziell unterstützen. Je nach Kanton werden bis zu 50 oder gar 60 Prozent der Ausbildungskosten übernommen: «Jene, die jetzt davon profitieren, werden künftig bei der Jobsuche einen Vorteil und bessere Karrierechancen haben. Ich gehe davon aus, dass im Zeichen der Globalisierung, der Energiewende und der neuen Herausforderungen an die Mitarbeitenden diese effizienten und gut ausgebildeten Berufsleute äusserst beliebt sein werden.»
Gleiches sagt auch Daniel Herzog, CEO der Lernwerkstatt Olten, die auch eine Filiale in Bern hat und im Kanton viele Seminare und Weiterbildungen anbietet: «Viele Fachleute müssen sich nun auch nach einer passgenauen Weiterbildung umsehen. Der Jobmarkt wird Fachleute in Digitalisierung produzieren. Wichtig hierbei ist: das Erkennen, wer das Talent hat, eine solche Position zu bekleiden. Hier sind Top-Talentmanagement und Mentoring gefragt.» Man müsse das Potenzial der eigenen Mitarbeitenden frühzeitig erfassen, gezielt weiterentwickeln und ihnen klare Perspektiven aufzeigen, sagt beispielsweise Talentmanagement-Experte Peter Schaller von der Lernwerkstatt Olten. Potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten für Schlüssel- und Führungspositionen müssen zudem frühzeitig aufgebaut und Talente nachhaltig an die Unternehmung gebunden werden. Damit bleibt auch das Know-how in der Firma, was die Kontinuität erhöht. In einer Fachstelle mit hohen Anforderungen und komplexen, verknüpfungsintensiven Aufgaben erst recht.
Berufe in den «Schnittstellen»
Trendscouts der Branche betonen jedoch, dass der Bereich Cleantech boomen wird wie kaum ein anderer. Als «Oase für grüne Technologie» sehen die Zukunftsforscher Mitteleuropa in wenigen Jahren. Es wird stetig in erneuerbare Energien investiert. So wird man immer häufiger die Berufsbezeichnungen «Abfall-Designer», Energieberater/in mit eidgenössischem Fachausweis, Fachmann/Fachfrau Entsorgungsanlagen und Rohstoffaufbereiter/in hören. Der Umwelt- und Klimaschutz schaffe «grüne Arbeitsplätze» sagen die Experten. In den letzten drei Jahren hat sich der Berufsmarkt dementsprechend angepasst. Somit haben zum Beispiel Techniker HF in Energie und Umwelt besonders gute Aussichten. Ein weiteres Beispiel: Wer jetzt eine Ausbildung zur beziehungsweise zum Wirtschaftsinformatiker/in, Techniker/in (unter anderem auch im Fachbereich Energie und Umwelt), Ingenieur/in, Mechatroniker/in oder in der PR-Branche und Betriebswirtschaft macht oder sich für eine Karriere als Technische(r) Kauffrau/Kaufmann entscheidet, hat vorerst eine gute Wahl getroffen. Laut einer Oxford-Studie zur Zukunft des Arbeitsmarktes sind diese Berufe auch im Jahr 2030 noch gefragt. Generell sind Berufe gefragt, die viel mit dem Vernetzen von Fähigkeiten zu tun haben oder als Schnittstellen zwischen Berufsgruppen fungieren.