Militärflugplatz Dübendorf ZH: Zivile Nutzung verzögert sich
Der Militärflugplatz Dübendorf ZH soll zu einem zivilen Flugfeld umstrukturiert werden. Wegen Komplikationen wird sich die Umnutzung um einige Jahre verzögern.
![Militärflugplatz Dübendorf](https://c.nau.ch/i/pBRd0/900/militarflugplatz-dubendorf.jpg)
Das Wichtigste in Kürze
- Der Militärflugplatz Dübendorf im Kanton Zürich musste einen Rückschlag einstecken.
- Bis zur zivilen Nutzung werden wohl noch mehrere Jahre vergehen.
Die Umnutzung des Militärflugplatzes Dübendorf im Kanton Zürich in ein ziviles Flugfeld verzögert sich wohl um Jahre. Der Grund sind neu erkannte Probleme mit Flughöhen und Koordinationsschwierigkeiten mit dem Flughafen Zürich.
Im August 2014 wurde vom Bundesrat beschlossen, dass der Militärflugplatz umstrukturiert wird. Geplant ist eine Dreifachnutzung mit Innovationspark für das Gewerbe, militärischer Bundesbasis und einem zivilen Flugbetrieb, in erster Linie für Businessjets.
Probleme mit Flughöhen in Dübendorf
Im Laufe der Projektentwicklung zeigte sich aber, dass private Grundstücke sehr tief überflogen würden. Das teilte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Energie und Kommunikation (Uvek) am Donnerstag mit. Die Flughöhen wären nach Einschätzung des Uvek so tief, dass sich Grundeigentümer gegen die zivile Nutzung des Flugfeldes wehren könnten.
![junkers f 13](https://c.nau.ch/i/dDmyZ/900/junkers-f-13.jpg)
Um eine Duldung der Überflüge durchsetzen zu können, müssten die Grundeigentümer in ihren Eigentumsrechten beschränkt werden. Die Flugplatz Dübendorf AG verfügt jedoch nicht über die dazu nötigen Enteignungsrechte. Dafür bräuchte das Unternehmen eine Konzession.
Ein allfälliges Verfahren zur Erteilung einer Betriebskonzession würde aber laut dem Uvek mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Und unter Umständen müsste gar der Auftrag für den Betrieb des zivilen Flugfeldes neu ausgeschrieben werden.
Im Luftraum wird es eng
Als weiteres schwer lösbares Problem hat sich die Koordination des Flugbetriebes in Dübendorf mit dem des nahgelegenen Flughafens Zürich gezeigt. Schwierigkeiten gibt es bei der gemeinsamen Nutzung des Luftraumes. Die beiden Luftraum-Schutzbereiche überlappen sich teilweise, sodass aus Sicherheitsgründen eine stärkere Abstimmung zwischen Flughafen und Flugplatz notwendig ist.
![militärflugplatz dübendorf](https://c.nau.ch/i/vklKX/900/militarflugplatz-dubendorf.jpg)
Eine Studie soll nun bestimmen: Ist der Flugbetrieb auf dem Militärflugplatz überhaupt wie 2014 geplant realisierbar, ohne die Kapazitäten des Flughafens Zürich einzuschränken? Letzteres ist aber laut dem Uvek keine Option. Linien- und Charterflüge auf dem Landesflughafen Kloten geniessen gegenüber der in Dübendorf geplanten Geschäftsfliegerei Priorität.
Wie es mit dem Militärflugplatz Dübendorf weitergeht, ist unklar. Der Bund will das weitere Vorgehen in Rücksprache mit dem Kanton Zürich klären. Gemeinsam wollen sie tragfähige Lösungen für die Zukunft der zivilen Luftfahrt in Dübendorf entwickeln.