Mit nur einer E-Mail: Verärgerter Pendler sorgt für Fahrplanänderung

Alexander König
Alexander König

Bern Nord,

Ein Nau.ch-Leser ist genervt: Immer wieder verpasst er seinen Anschluss-Bus. Also schreibt er den Zuständigen eine E-Mail – das Resultat hat er nicht erwartet.

Bahnhof Worblaufen RBS
An dieser Haltestelle in Worblaufen harzte es mit dem Anschluss-Bus. - Nau.ch-Lesereporter

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein verärgerter Pendler beschwert sich per E-Mail über den Fahrplan seines Busses.
  • Das zuständige Unternehmen reagiert überraschenderweise prompt.
  • Damit hätte der Nau.ch-Leser nicht gerechnet.

Nau.ch-Leser Tom W.* tritt im August wie fast jeden Wochentag seine Heimreise von Bern nach Unterzollikofen BE an. Wegen Bauarbeiten fällt jedoch die Direktverbindung bis auf Weiteres aus.

Also nimmt er stattdessen die S8 nach Worblaufen BE – wo er aber seinen Anschlussbus knapp verpasst. Und das nicht zum ersten Mal.

Der Pendler schüttelt den Kopf. «Der nächste Bus fährt erst in 15 Minuten. Warum kann der Busfahrer nicht einfach warten, bis der Zug aus Bern eingetroffen ist?»

In der Hitze tropft ihm der Schweiss von der Stirn. Irgendwann trudelt der nächste Bus ein, entnervt steigt Tom W. ein.

Würden Sie eine Reklamation einsenden, wenn Sie regelmässig Ihren ÖV-Anschluss verpassen?

Zu Hause angekommen wendet er sich in einer E-Mail an die RBS und reklamiert: «Anschlüsse aus Richtung Bern werden von den Bus-Chauffeuren systematisch nicht abgewartet. Das führt zu einer Verlängerung der Fahrzeit von fünfzehn Minuten.»

Tom W. klagt: «Davon bin nicht nur ich betroffen, sondern um die genannte Zeit 39 Personen, bei 32 Grad im Schatten!»

Bahngesellschaft RBS reagiert «mit gesundem Menschenverstand»

Das Ganze sei nun bereits bei drei von fünf Fahrten passiert. «Ist es denn nicht möglich, die Busfahrer des Bahnersatzes anzuweisen, vor der Abfahrt Richtung Zollikofen die S8 abzuwarten? Potenziell hunderte von Pendlern würden es Ihnen danken!», schreibt er weiter.

Dann geht es plötzlich schnell!

Die Antwort der RBS nach wenigen Tagen. «Einen Anschluss zu verpassen, ist immer ärgerlich. Ich kann Ihr Anliegen gut nachvollziehen.» Tatsächlich käme es schon bei kleinsten Störungen der S8 zwischen Bern und Worblaufen immer wieder zu Anschlussbrüchen.

Jetzt folgen die Konsequenzen. «Darum werden wir als Sofortmassnahme per heute die Abfahrten des Anschlussbusses in Worblaufen um zwei Minuten verzögern.» Krawumm!

Der Nau.ch-Leser zeigt sich zufrieden: «Ich habe reklamiert und wurde gehört. Es freut mich, dass die RBS offenbar für gesunden Menschenverstand empfänglich ist.»

Der E-Mail-Verkehr liegt Nau.ch vor. Auf Anfrage von Nau.ch bestätigt die RBS, dass die Fahrplanänderung aufgrund der Reklamation vollzogen wurde.

*Name geändert

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Kommentare

User #1416 (nicht angemeldet)

Super, ein dreifach Super der RBS. Dies ist eine sehr schöne Aktion und ist ein Beispiel für die SBB und die Anschlussfahrpläne der Busse ab Bahnhof.

User #4059 (nicht angemeldet)

Unglaublich, stellen Sie sich vor: Bei uns auf dem Land fährt nur ein Bus pro Stunde, und Sie jammern wegen 15 Minuten. Da ist der Realitätssinn verloren gegangen.

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