Amazon legt Steuerstreit mit Frankreich bei
Der Online-Händler Amazon hat einen millionenschweren Steuerstreit mit Frankreich beigelegt.

Das Wichtigste in Kürze
- Amazon gab am Montag die Einigung im Steuerstreit mit Frankreich bekannt.
- Frankreich hatte zuvor von dem Online-Händler eine Steuer-Nachzahlung von mehreren Millionen gefordert.
Nach einem jahrelangen Steuerstreit meldete Amazon am Montag eine Einigung mit den französischen Steuerbehörden. Details wurden allerdings nicht genannt – also auch nicht, ob und gegebenenfalls wie viel Geld Amazon zahlt.
Im Dezember hatte Amazon sich laut einer Bekanntmachung der italienischen Steuerbehörde bereit erklärt, 100 Millionen Euro (rund rund 116,3 Millionen Franken) an Italien zu zahlen. Im Gegenzug sollten Steuerermittlungen zum Zeitraum 2011 bis 2015 enden.
Frankreich hatte laut früheren Finanzdokumenten des US-Konzerns eine Steuer-Nachzahlung von 196 Millionen Euro (rund 228 Millionen Franken) für die Jahre 2006 bis 2010 gefordert. In dem mehr als fünfjährigen Streit ging es um «die Verteilung von Erträgen» zwischen verschiedenen Staaten, hiess es im Jahresbericht für 2016.
Millionen für Italien
Amazon hatte früher den grössten Teil seiner in Europa erzielten Gewinne zentral an seinem Europa-Sitz in Luxemburg verbucht, diese in die Kritik geratene Praxis dann aber umgestellt.
Seit 2015 versteuert es in Deutschland erwirtschaftete Gewinne auch in Deutschland. In Frankreich sei im August 2015 eine Niederlassung gegründet worden, teilte Amazon mit: «Alle Umsätze, Gebühren, Gewinne und Steuern, die mit dem Einzelhandelsgeschäft zusammenhängen, werden nunmehr in Frankreich verbucht.» Die Besteuerung der Digitalwirtschaft sorgt seit Jahren für Debatten.