Breitling-Chef hält US-Strafzölle für vorübergehend

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Genève,

Der Chef des Solothurner Uhrenherstellers Breitling ist der Ansicht, dass die Einführung der Zölle durch die USA nur vorübergehender Natur sein wird. Anlass zum raschen Handeln sieht er keinen.

Georges Kern
Grenchner Uhrenhersteller Breitling: Chef Georges Kern ist der Meinung, dass die Politik der USA auch «sehr positive Aspekte» hat. (Archivbild) - keystone

«Natürlich helfen die Zölle nicht. Aber die Lage ist nicht so dramatisch, wie es scheint. Breitling ist darauf vorbereitet», sagt der Konzernchef Georges Kern in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP am Donnerstag.

Am Tag zuvor hat die Trump-Administration die Einführung von Zöllen über 31 und 32 Prozent auf Schweizer Importe angekündigt.

Für Kern steht es ausser Frage, dass sein Unternehmen nun einen speziellen Plan aufstellen wird oder schnell Vorräte in die USA schickt. Er ist zuversichtlich, dass sich «die Dinge beruhigen werden», insbesondere wegen der bevorstehenden Zwischenwahlen im November 2026.

Auswirkungen auf das Geschäft?

Es sei nicht klar, ob die US-Regierung die Zölle als Druckmittel einsetze, um Verhandlungsmacht zu gewinnen, oder ob sie ein anderes Ziel verfolge, sagt Kern weiter.

Seiner Meinung nach hat die Politik der USA auch «sehr positive Aspekte»: «Einerseits sind die USA wegen ihrer starken wirtschaftlichen Dynamik das widerstandsfähigste Land der Welt. Zum anderen hoffe ich, dass die Deregulierung und Entbürokratisierung, die im Gange sind, in Europa einen Nachahmungseffekt haben werden.»

Die Uhrenindustrie reagiere äusserst sensibel auf das globale geopolitische Umfeld, stellt der CEO allerdings auch fest. Seit der Invasion in der Ukraine gebe es einen sanften, aber anhaltenden Abschwung. Die Einnahmen des Konzerns im vergangenen Jahr werden von der Bank Morgan Stanley auf 850 Millionen Franken geschätzt, was einem Rückgang von 2 Prozent entspricht.

Breitling blickt nach vorne

Kern räumt ein, dass er einige der Angestellten in Kurzarbeit geschickt habe. Entlassungen habe es aber keine gegeben. «Der Markt wird wieder kommen. Ich weiss nicht, wann, aber er wird zurückkommen», versichert er.

Breitling sei derweil gut aufgestellt. «Wir haben zwei neue Marken eingeführt, also werden wir die Fabriken ziemlich schnell wieder füllen können», sagt der deutsch-schweizerische Unternehmer, der das Uhrenhaus seit 2017 führt.

Ende 2023 hat Breitling das Haus Universal Genève erworben, das ihm zu früherem Prestige verhelfen soll und im März dieses Jahres den Uhrenhersteller Gallet aus La Chaux-de-Fonds. Mit den beiden Übernahmen will sich der Uhrenhersteller in einer breiteren Preisspanne positionieren.

Kommentare

User #5375 (nicht angemeldet)

Und dann frage ich mich, ist es denn wirklich so ein grosser Zwang, Waren in die USA zu liefern? Das muss man ja nicht wirklich tun. Ist jeder Firma freigestellt. Man kann sich auch verkleinern und das US-Geschäft einfach weglassen. Klar, da stecken Arbeitsplätze dahinter, aber es ist auch für die USA kein Menschenrecht, von anderen Ländern mit Gütern beliefert zu werden, die sie selber vielfach gar nicht in der Qualität herstellen können. Also, lassen wir sie doch einfach mal links liegen und geniessen das Wetter auf UNSERER Seite des Atlantiks.

User #5182 (nicht angemeldet)

Bravo, ein Mann mit Weitsicht. Nur ruhig Blut, die Amis pfeifen Donnie bald zurück.

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