Chef der Uhrenmarke Norqain rechnet mit weiterem Wachstum
Norqain, die junge Schweizer Uhrenmarke, verzeichnet ein beeindruckendes Wachstum.

Die unter Sportlern bekannte und noch junge Uhrenmarke Norqain wächst stark. «Wir haben den Umsatz im vergangenen Jahr um 30 Prozent gesteigert und wollen uns auch in diesem Jahr in diesem Rahmen bewegen.» Dies sagte Vice President Tobias Küffer am Mittwoch an der «Watches and Wonders»-Messe in Genf im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Die jährliche Produktion liegt zwischen 10'000 und 15'000 Stück – mit einem Durchschnittsverkaufspreis von rund 4500 Franken. Die Leute würden immer teurere Modell kaufen, sagte Küffer. Zu Beginn 2019 habe der durchschnittliche Verkaufspreis noch bei rund 2400 Franken gelegen.
Das Vertrauen in die Marke sei gestiegen. Und Kunden seien mittlerweile bereit, mehr für das Produkt auszugeben. Der wichtigste Markt ist für die unabhängige Uhrenmarke im Familienbesitz aus Nidau im Kanton Bern ganz klar die USA.
Amerika liebt Norqain
Der Umsatzanteil dort dürfte Küffer zufolge zwischen einem Fünftel und einem Viertel liegen. Darauf folgen die Schweiz in der Grössenordnung von 15 Prozent sowie Japan. In China ist Norqain indes bisher noch nicht präsent. Das sei in gewisser Weise ein Glücksfall, sagte Küffer.
Sonst hätte die Gesellschaft den anhaltenden Konsumrückgang in dem Land – wie andere Marken – deutlich mehr gespürt. Norqain habe zwar schon seit längerer Zeit einen Markteintritt in China geplant und vorbereitet, aber noch auf den richtigen Moment gewartet.
Wann es nun so weit sein wird, sei mit der schwierigen Situation dort unklar. Die Schweizer Uhrenexporte waren im vergangenen Jahr rückläufig, wobei besonders die Märkte China und Hongkong mit Einbrüchen um ein Viertel respektive knapp ein Fünftel schwächelten.
Uhrenmarkt: Auf und Ab
Noch will sich Küffer keine grossen Sorgen über mögliche US-Zölle machen. Sollte es tatsächlich zu Zöllen auf Schweizer Uhren kommen, wären immerhin alle Marken gleichermassen betroffen, gab Küffer zu bedenken. Und die Uhrenbranche insgesamt sei schnelllebig und immer wieder Aufs und Abs ausgeliefert. Die Unternehmen müssten sich anpassen können.
Norqain hat am Hauptsitz in der Schweiz 42 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und global 75. Tobias Küffer ist bei Norqain für die Distribution zuständig und sein Bruder und CEO der Marke, Ben Küffer, ist für die Strategie, die Produkte, das Marketing und die Finanzen verantwortlich.
Norqain wurde 2018 von Ben Küffer sowie Ted Schneider und Mark Streit – einem ehemaligen Schweizer Eishockeyspieler – ins Leben gerufen.