Diese Schweizer Firmen trifft Trumps Zoll-Hammer am stärksten

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Bern,

Die Uhrenbranche, die Maschinen-Industrie und Logitech leiden unter Trumps Zöllen. Victorinox schliesst eine Verlegung der Produktion aus.

donald trump
Donald Trump hat hohe Zölle für viele Länder, auch die Schweiz, angekündigt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA erheben bald hohe Zölle auf Importe aus der Schweiz.
  • Die Aktien von On und Logitech sacken ab.
  • Einige Firmen prüfen die Verlegung der Produktion, Victorinox schliesst diese aus.

Zölle von 31 bis 32 Prozent will Donald Trump ab dem 9. April auf Einfuhren aus der Schweiz erheben. Ausgenommen davon sind pharmazeutische Importe, die für die Schweiz sehr wichtig sind. Dennoch sind einige hiesige Branchen stark betroffen.

So verlor der Computerzubehör-Hersteller Logitech am Donnerstag phasenweise 15 Prozent an der Börse. Das Westschweizer Unternehmen produziert viel in Asien und exportiert dann in die USA. Erschwerend zu den neuen Zöllen kommt der grosse Preiskampf beim Computerzubehör.

Auch der Schuhersteller On lässt viel in Asien herstellen und liefert dann in die USA. Anleger befürchten, dass die Schuhe nun teurer werden, die Aktie verlor an der New Yorker Börse 13 Prozent. Eine Sprecherin des Unternehmens sagt zu «Tamedia», man nehme die Zölle zur Kenntnis und beobachte die sich entwickelnde Situation.

Unterschiedlich tönt es in der Uhrenbranche: Breitling-Chef Georges Kern bezeichnet die Zölle als «offensichtlich nicht hilfreich». Er gehe aber davon aus, dass nicht so heiss gegessen wie gekocht werde.

Pirmin Bischof bringt Kurzarbeit für Uhrenbranche ins Spiel

Pirmin Bischof, Mitte-Ständerat und Mitglied der parlamentarischen Gruppe Uhrenindustrie, bezeichnet die Zölle hingegen als «riesige Herausforderung». Gegenüber «watson» äussert er seine Sorgen um die Arbeitnehmenden. Eine Option sei es, die Kurzarbeitsentschädigung auszuweiten.

Auch Pierre-Yves Donzé, Experte der Schweizer Uhrenindustrie, warnt gegenüber «Tamedia» vor möglichen «dramatischen Folgen». Denn zuletzt gingen die Verkäufe in China zurück, die Uhrenhersteller wollten diese in den USA, dem neuen wichtigsten Markt, kompensieren.

Swissmechanic fordert entschlossene Haltung vom Bundesrat

Mit den Zöllen dürften Schweizer Uhren in den USA teurer werden. Einerseits könnte dies mögliche Käufer abschrecken, andererseits gibt es lokalen Herstellern einen Vorteil. Für Luxusmarken sieht Donzé keine grossen Schwierigkeiten, sie könnten einfach die Margen reduzieren. «Für Marken im mittleren Preissegment oder billige Marken, für die der Verkaufspreis entscheidend ist, ist es ein schwerer Schlag.»

Auch die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie wird von den Zöllen hart getroffen. Denn laut der Branchenorganisation Swissmechanic sind die USA ein «zentraler Absatzmarkt». Deshalb wird vom Bundesrat eine aktive und entschlossene Haltung sowie ein Dialog mit den USA gefordert.

Verlegen Schweizer Unternehmen die Produktion in die USA?

Der Automobilzulieferer Autoneum aus Winterthur aber erwartet keine grossen Auswirkungen. Wie er gegenüber «Tamedia» mitteilt, werde er die Zusatzkosten auf die Kunden abwälzen. Und sollten Kunden ihre Produktion in die USA verlagern, könnte man mitziehen, da Autoneum auch dort produzieren.

Ähnlich tönt es beim Kompressorenhersteller Burckhardt Compression. Man habe einen Montagebetrieb in den USA, den man gegebenenfalls ausbauen könne. So könne die lokale Produktion von Komponenten erweitert werde.

Bereiten dir die neuen US-Zölle Sorgen?

Keine Option ist die Verlegung der Produktion für Sackmesserhersteller Victorinox. Die Zölle würden das Unternehmen hart treffen, sagt Firmenchef Carl Elsener. Vor allem bei den Berufsmessern könnten die Wettbewerbsfähigkeit und die Margen durch US-Konkurrenten gefährdet werden. Deshalb werde man eine Preisanpassung prüfen.

In den USA zu produzieren, komme aber nicht in Frage: Das Schweizer Armeesackmesser sei «untrennbar mit dem Qualitätsversprechen Made in Switzerland verbunden».

Kommentare

User #6388 (nicht angemeldet)

Die Trumpschleimer hier werden immer leiser. Voll interesting.

User #6107 (nicht angemeldet)

Trump hat gesagt er käme auf die Zölle zurücl wann man ihm etwas grossartiges als Deal anbietet. Nun im Interesse unserer Wirtschaft sollten wir Ihm das Matterhorn. Eiger Mönch und Jungfrau sowie den Vierwaltstättersee anbieten. Dies kann er dann als US Hoheitsgebiet in die Staaten einverleiben, dort Steuern eintreiben und Eintrittspreise verlangen wann man es besichtigen will....

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