Donald Trump schickt US-Börse auf Talfahrt
Donald Trump geht mit Zöllen gegen zahlreiche Handelspartner vor. Im Nau.ch-Ticker bleibst du über die neusten Geschehnisse informiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Mit den in der Nacht angekündigten Zöllen sorgt Donald Trump für einen Knall.
- 185 Handelspartner müssen sich auf die Strafmassnahmen einstellen.
- Die neusten Entwicklungen findest du hier im Ticker.
In der Nacht auf Donnerstag Schweizer Zeit kam die grosse Zollankündigung: Donald Trump will gegenüber 185 Partnern Massnahmen ergreifen. Auch die Schweiz ist betroffen.
Hier gibt es die aktuellen Entwicklungen im Ticker.
Macron nennt Trump-Zölle «brutal und unbegründet»
17.51: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron befürchtet durch die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Strafzölle massive Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft.
«Die Entscheidung, die heute Nacht angekündigt wurde, ist eine brutale und unbegründete Entscheidung», sagte Macron in Paris.

Von den Waren im Wert von 500 Milliarden Euro, die die Europäer in die USA exportieren, seien mehr als 70 Prozent von den Zöllen betroffen. «Wie man sieht, ist dies eine massive Auswirkung, die alle Sektoren der europäischen Wirtschaft und des Exports betreffen wird.»
Frankreich sei zwar weniger betroffen als andere Länder, aber für einige Sektoren sei es massiv. «Dies ist ein Ausmass, das auf jeden Fall neu ist.»
Trump-Zölle bereiten der Nato Sorgen
16.40: Die beispiellosen Zollentscheidungen von US-Präsident Donald Trump befeuern in der Nato die Sorgen vor einer weiteren Eskalation der transatlantischen Spannungen.
Bei einem Aussenministertreffen in Brüssel warnten Teilnehmer davor, die Massnahmen gegen die europäischen Alliierten könnten das für die Aufrüstung gegen Russland notwendige Wirtschaftswachstum bremsen.

Protektionismus werde beim Aufbau einer stärkeren Verteidigung nicht helfen, sagte der norwegische Aussenminister Espen Barth Eide. Der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot zeigte sich überzeugt, dass die von Trump verhängten Strafzölle negative wirtschaftliche Auswirkungen auf alle Nato-Mitglieder haben werden.
Eide verwies darauf, dass das Vorgehen von Trump im Widerspruch zu Artikel 2 des Nato-Vertrags steht. Dort heisst es, die Bündnisstaaten sollten bestrebt sein, «Gegensätze in ihrer internationalen Wirtschaftspolitik zu beseitigen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen einzelnen oder allen Parteien zu fördern».
Höhe der US-Zölle für Schweizer Branchenverband Swissmem «unverständlich»
16.06: Mit pauschalen Importzöllen von 31 Prozent auf fast alle Produkte aus der Schweiz hat US-Präsident Donald Trump die Schweizer Wirtschaft und auch deren Branchenverbände aufgerüttelt.
Diese fordern nun Nachverhandlungen durch den Bundesrat, sprechen sich aber klar gegen Vergeltungsmassnahmen aus.
Besonders stark wird die exportorientierte Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) von den Zöllen betroffen sein. Der Verband Swissmem bezeichnete die Höhe der Zölle als «unverständlich» und kann auch die Berechnung «nicht nachvollziehen».
Trump über neue Zölle: «Der Patient lebt»
15.56: US-Präsident Donald Trump sieht die USA nach Verkündung seiner gewaltigen Zölle auf dem richtigen Weg.
«Die Operation ist vorbei! Der Patient lebt und ist auf dem Weg der Besserung. Die Prognose lautet, dass der Patient viel stärker, grösser, besser und widerstandsfähiger sein wird als je zuvor», schrieb Trump in Grossbuchstaben auf seiner Plattform Truth Social.

Trump hatte neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf die meisten Importe in die Vereinigten Staaten angekündigt. Für viele Länder sollen je nach Handelsdefizit höhere Strafabgaben greifen. Dabei werden besonders jene Staaten ins Visier genommen, die aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben.
Trump-Zölle schicken US-Börse auf Talfahrt
15.50 Uhr: Mit Aktienverkäufen in grossem Stil haben Investoren auf ebenso umfangreiche wie hohe Importzölle der Regierung Trump reagiert.
Der Leitindex Dow Jones Industrial büsste zum Handelsauftakt 2,7 Prozent auf 41'098 Punkte ein. Er vermied jedoch zunächst einen Rückfall unter das jüngste Tief von Mitte März bei 40'661 Zählern. Es wäre der grösste prozentuale Tagesverlust des Dow seit September 2022.
Noch grösser waren die Verluste an der von grossen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 Index sackte um 3,9 Prozent auf 18'828 Punkte ab und fiel auf das niedrigste Niveau seit September vergangenen Jahres. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von mehr als 10 Prozent zu Buche.
Der S&P 500 rutschte um 3,2 Prozent auf 5487 Zähler ab. Auch dieser marktbreite Index fand sich auf dem tiefsten Stand seit September 2024 wieder.
Chef der Schweiz-US-Handelskammer «nicht optimistisch»
15.40: Der Chef der schweizerisch-US-amerikanischen Handelskammer ist «nicht optimistisch» bezüglich Verhandlungen der Schweiz mit den USA über Handelszölle. «Der Zeitrahmen ist extrem eng und die ganze Welt versucht jetzt, sich auf irgendeine Weise mit den USA gut zu stellen», sagte Rahul Sahgal in einem Interview vom Donnerstag.
Zum «Blick» sagte Sahgal allerdings auch, es gebe einen gewissen Spielraum für Verhandlungen. Denn aus den Anordnungen von US-Präsident Donald Trump zu den Zöllen gehe hervor, dass die Administration die Zölle senken oder erhöhen und deren Gültigkeitsdauer verkürzen könne.
Er glaube immer noch, dass die Schweiz nicht wirklich in der Schusslinie der US-Administration stehe, sagte Sahgal in der Sendung «Tagesgespräch» von Schweizer Radio SRF: «Wir gehören einfach zu den fünfzehn Ländern mit den grössten Güterhandelsdefiziten aus Sicht der USA.»
Sahgal ist überrascht von der Höhe der Zölle, welche die US-Administration auf Schweizer Waren erheben will: «Wir hätten uns eine Berechnung gewünscht, die auf ein Pro-Kopf-Verhältnis heruntergebrochen ist», sagt der Chef der Handelskammer zu «Blick».
Zölle für die Schweiz bei 32 Prozent
15.21: Donald Trump hat Zölle gegen zahlreiche Partner verhängt – auch gegen die Schweiz. So viel ist klar.
Etwas unklarer war jedoch zunächst, wie hoch die Strafmassnahmen gegen die Eidgenossenschaft nun wirklich sind.

Denn es kursierten zwei verschiedene Zahlen: 31 Prozent waren es auf Trumps ominöser Tafel, die er öffentlichkeitswirksam präsentierte. 32 Prozent waren es dagegen in einem offiziellen Dekret.
Gegenüber «CH Media» bestätigt ein US-Sprecher jetzt: Es sind tatsächlich 32 Prozent. Entscheidend sei, was im Dekret stehe.
EU-Kommissar will mit USA sprechen
14.13: Nach der neuen Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump will EU-Handelskommissar Maros Sefcovic am Freitag das Gespräch mit der US-Seite suchen. Das kündigte der EU-Politiker auf der Plattform X an.

«Wir werden ruhig, sorgfältig gestaffelt und einheitlich vorgehen, um unsere Reaktion zu kalibrieren und gleichzeitig ausreichend Zeit für Gespräche zu haben», schrieb Sefcovic. Geplant ist eine Videoschalte mit seinen US-Pendants am Nachmittag.
Sollten sich beide Seiten nicht auf einen fairen Deal einigen können, werde die EU indes nicht tatenlos zusehen, so Sefcovic. «Ungerechtfertigte Zölle werden unweigerlich nach hinten losgehen.»
SMI mit weiteren Verlusten
13.58: Am Schweizer Aktienmarkt sacken die Kurse nach der Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am Donnerstag ab. Der Leitindex SMI weitet die Abgaben aus und notiert mit Verlusten von mehr als 2 Prozent unter 12'300 Punkten.
Investoren kippen risikoreichere Anlagen wie Aktien aus ihren Depots und setzten stattdessen auf sichere Anlagen wie Gold. Entsprechend hat der Goldpreis bei 3167 US-Dollar denn auch eine Bestmarke gesetzt.
Rutte will Zollstreit bei Nato-Treffen ausklammern
13.06: Nato-Generalsekretär Mark Rutte will die Zollentscheidungen von US-Präsident Donald Trump bei den derzeitigen Beratungen im Bündnis ausklammern.
Bei dem aktuellen Treffen der Aussenminister der Bündnisstaaten gehe es nicht um wirtschaftliche Dinge, sagte der frühere niederländische Regierungschef in Brüssel. Der Fokus liege auf der Abwehr von Bedrohungen durch Russland.

Trotzdem könnten die US-Zollentscheidungen auch negative Folgen auf die Rüstungsindustrie haben. Zudem zählt ausgerechnet Russland zu den ganz wenigen Staaten, die nicht davon betroffen sind.
Rutte betonte auch, dass er die USA weiter als verlässlichen Bündnispartner sieht. Er wies dabei auf Äusserungen des Amerikaners hin, nach denen dieser weiter hinter Artikel 5 des Nato-Vertrags steht. Dieser ist das Herzstück der kollektiven Verteidigung und regelt die Beistandspflichten im Fall eines Angriffes.
Gewerbeverband rät von Gegenmassnahmen ab
12.57: Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) hat angesichts der angekündigten US-Zölle auf Schweizer Exporte Handelsdiplomatie statt Wehklagen gefordert. Ausserdem rief er den Bundesrat in einer Mitteilung vom Donnerstag dazu auf, auf handelspolitische Vergeltungsmassnahmen zu verzichten.
Die per Anfang 2024 erfolgte Abschaffung der Zölle auf Industrieprodukte solle nicht rückgängig gemacht werden, schrieb der SGV. Die Schweizer Wirtschaft und die Konsumenten profitierten nach wie vor vom Wegfall der Zölle.

Stattdessen forderte der SGV, die Schweizer Handelsdiplomatie müsse intensiviert werden, um die Aussenwirtschaftspolitik gegenüber der Administration von US-Präsident Donald Trump zu erklären. Zudem solle die Schweiz weitere Freihandelsabkommen rasch abschliessen. Priorität hätten Mercosur und Malaysia, während bestehende Abkommen mit Japan und China aktualisiert werden müssten.
Auch die Wirtschaftsbeziehungen zur EU sollten geklärt werden. Der SGV forderte zudem Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau für kleinere und mittlere Unternehmen.
Ölpreis sinkt wegen Trump-Zöllen
09.26: Die Ölpreise haben mit einem deutlichen Rückgang auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung und damit verbundene Konjunktursorgen reagiert.
Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 73,11 US-Dollar. Das waren 1,84 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,87 Dollar auf 69,84 Dollar.
Taiwan will verhandeln
09.23: Taiwan hat die neu verkündeten Zölle der USA unter Präsident Donald Trump als «höchst unangemessen» bezeichnet. Das Regierungskabinett halte die Einführung von Aufschlägen in Höhe von 32 Prozent gegen Waren aus der ostasiatischen Inselrepublik für «bedauerlich» und wolle mit Washington hart verhandeln, teilte der Exekutiv-Yuan mit.
Der Zollsatz spiegele die tatsächliche Lage im Handel zwischen Taiwan und den USA nicht korrekt wider und sei unfair gegenüber Taiwan, sagte Kabinettssprecherin Michelle Lee. Ministerpräsident Cho Jung-tai wies ihr zufolge das Büro für Handelsverhandlungen an, die unfairen Aspekte der Zölle zu überprüfen und eine Erklärung der US-Seite einzuholen.
SMI nach Trumps Zollankündigung im Minus
09.13: Die Schweizer Aktienbörse hat nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zum gewaltigen Zollpaket für Handelspartner der Vereinigten Staaten nachgegeben.
Der Gesamtmarkt SMI gab zur Eröffnung am Donnerstag rund 1,5 Prozent auf 12'405,68 Punkte nach.
Insbesondere die Aktien der Uhren- und Schmuckkonzerne Swatch und Richemont gerieten stark unter Druck. Die Richemont-Papiere brachen um 4,8 Prozent ein, jene von Swatch um 4,9 Prozent. Die geplanten Zölle im mittlerweile wichtigsten Absatzmarkt der Schweiz dürfte die Uhrenbranche hart treffen. Die Uhrenhersteller hatten gehofft, dass die Branche von derart hohen US-Zöllen verschont wird.
Goldpreis steigt wegen Donald Trump auf Rekordhoch – Bitcoin leidet
08.30: Die aggressive US-Zollpolitik hat den Goldpreis in der Nacht erneut auf einen Rekord getrieben. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf angesagt. Gold ist einer der wenigen Rohstoffe, der aktuell nicht von Zöllen betroffen ist.
In der Nacht auf Donnerstag ist die Notierung für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London auf die neue Bestmarke von 3.167,84 US-Dollar gestiegen, zuletzt notierte der Kurs etwas darunter.
Gold hat sich damit in diesem Jahr bereits um ein Fünftel verteuert, nachdem der Preis für das Edelmetall in den drei Jahren davor bereits um fast die Hälfte gestiegen war. Neben der Unsicherheit infolge von Kriegen und Konflikten ist einer der Kurstreiber auch die US-Zollpolitik.

Der Bitcoin hat seinerseits mit Verlusten auf das US-Zollpaket reagiert. Allerdings konnte die älteste und bekannteste Kryptowährung der Welt die hohen Abschläge direkt nach der Ankündigung der weitreichenden Zölle durch US-Präsident Donald Trump am Vorabend zuletzt wieder reduzieren.
Zuletzt kostete ein Bitcoin am Morgen auf der Handelsplattform Bitstamp 83.550 US-Dollar und damit rund vier Prozent weniger als vor Trumps Pressekonferenz um 22 Uhr. In der Nacht war der Kurs bis auf gut 82.000 Dollar abgesackt.
Karin Keller-Sutter nimmt Trump-Ankündigung «zur Kenntnis»
Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter reagierte am späten Mittwochabend auf X gelassen: «Der Bundesrat nimmt die Zoll-Entscheide der USA zur Kenntnis», liess die FDP-Politikerin verlauten. Man werde jetzt das weitere Vorgehen festlegen.