So unfair ist das globale Vermögen verteilt

Michael Bolzli
Michael Bolzli

Prättigau,

Die Reichen werden immer reicher. Daran hat sich auch letztes Jahr nichts geändert. Das Hilfswerk Oxfam hat Lösungsvorschläge parat.

Das globale Vermögen ist ungleich verteilt.
Das globale Vermögen ist ungleich verteilt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Letztes Jahr gab es 2043 Milliardäre. Ein Rekordwert.
  • Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt mehr Vermögen als der ganze Rest.

Das Weltwirtschaftsforum WEF will die Welt besser machen. Passend das diesjährige Motto: «Das Schaffen einer gemeinsamen Zukunft in einer zerrissenen Welt.»

Das Problem ist erkannt. Die Zahlen dazu liefert die Hilfsorganisation Oxfam. Der Bericht «Reward Work, not Wealth» kommt zum ernüchternden Schluss: 82 Prozent des letzten Jahr erwirtschafteten Vermögens ist in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung geflossen. Die 3,7 Milliarden ärmsten Menschen der Welt haben laut dem Bericht überhaupt nicht vom Vermögenswachstum profitiert.

«Die massive soziale Ungleichheit ist ein Krankheitssymptom unseres Wirtschaftssystems, nicht etwa ein Zeichen gesunden Wachstums», sagt Jörn Kalinski, Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland.

Milliarden dank Steuertricks

Laut der Untersuchung ist die Zahl der Milliardäre weltweit angestiegen wie nie zuvor. Jeden zweiten Tag kam ein neuer hinzu. Und nach wie vor besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr Vermögen als der ganze Rest. Das reichste Prozent drückt sich zudem durch Tricks um Steuerzahlungen von 200 Milliarden Dollar pro Jahr, kritisiert Oxfam.

Das Hilfswerk fordert darum, die Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen zu stoppen. Zudem fordert das Hilfswerk faire Einkommen und Investitionen in Bildung und Gesundheit.

Es dürfte kein Zufall sein, veröffentlicht Oxfam den Bericht zum Start des Weltwirtschaftsforums. Ob sich die Wirtschafts- und Polit-Elite von diesen Zahlen beeindrucken lassen? Mit dabei ist auch dieses Jahr IWF-Chefin Christine Lagarde, die sich bereits 2013 vor einer steigenden Ungleichheit gewarnt hat. Damals ohne Erfolg. Vielleicht hören ihr die WEF-Teilnehmer ja dieses Jahr zu.

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