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Sunrise behauptet sich im Preiskampf und steigert Betriebsgewinn

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Zürich,

Sunrise erzielte 2024 bei leicht sinkendem Umsatz einen höheren operativen Gewinn, verfehlte jedoch an der Börse die Erwartungen.

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Sunrise erzielte 2024 bei leicht sinkendem Umsatz einen höheren operativen Gewinn. (Symbolbild) - sda

Der Telekomkonzern Sunrise hat 2024 bei leicht weniger Umsatz operativ etwas mehr verdient. Die eigenen Ziele wurden damit zwar erreicht, an der Börse geben die Aktien trotzdem nach. Ernst macht das Unternehmen derweil mit seiner angekündigten progressiven Dividendenpolitik.

Der Jahresumsatz sank wie vom Unternehmen erwartet leicht – um 0,6 Prozent auf 3,02 Milliarden Franken. Ein starkes Wachstum im Geschäftskundenbereich konnte den Rückgang im Privatkundengeschäft nicht ganz ausgleichen, wie Sunrise am Freitag mitteilte.

Einer der Hauptgründe des Umsatzrückganges ist der Preisdruck, wie Firmenchef André Kraus im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP sagte. So erhielten etwa ehemalige UPC-Kunden nach der Abspaltung von Sunrise vom britisch-amerikanischen Kabelunternehmen Liberty Global bei der Migration eher günstigere Angebote.

Bis Mitte Jahr sollen auch die letzten verbliebenen 20'000 Kunden migriert sein. Linderung erhofft sich Sunrise durch die angekündigten Preiserhöhungen für fast alle Handy- und Internet-Abos ab März 2025.

Sunrise gewinnt 31'000 Internet-Kunden hinzu

Die Kundenbasis konnte dagegen ausgebaut werden: Die Zahl der Mobile-Postpaid-Abos wuchs um 159'000 oder 6 Prozent, zudem konnten 31'000 oder 2,4 Prozent neue Internet-Abos hinzugewonnen werden. Der zweitgrösste Telekomkonzern der Schweiz nach der Swisscom zählte damit per Ende 2024 rund 3,13 Millionen Mobilfunkkunden, 1,32 Millionen Breitband-Internetkunden und 1,0 Millionen Kunden für das erweiterte TV-Angebot.

Ein starkes viertes Quartal trug wesentlich zur Jahresperformance bei. Erfolge erzielte Sunrise mit seinen Device-as-a-Service-Modellen, die einen überdurchschnittlichen Anstieg der Geräteverkäufe um 7 Prozent ermöglichten, und dies in einem schrumpfenden Gesamtmarkt. Zudem stärkte das Unternehmen seine TV-Plattform mit neuen Partnerschaften, unter anderem mit Disney+ und Netflix.

Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingzahlungen (EBITDAaL) stieg um 0,7 Prozent auf 1,03 Milliarden Franken. Die Investitionsausgaben waren 5,2 Prozent tiefer als im Jahr davor und machten noch 16,9 Prozent des Umsatzes aus.

Schwächeres viertes Quartal aufgrund von Einmaleffekten und UPC-Migration

Bei den operativen Zahlen fiel das vierte Quartal allerdings etwas schwächer aus als erwartet. Gemäss Krause belasteten Einmaleffekte im Zusammenhang mit dem Börsengang und die Migration der früheren UPC-Kunden auf neue Sunrise-Angebote das Geschäft.

Unter dem Strich dagegen blieb ein rund 16 Prozent vergrösserter Nettoverlust von 361,9 Millionen Franken. Belastet wurde das Ergebnis durch Kosten aus dem letztjährigen Börsengang und der weiter hohen Verschuldung.

Firmenchef Krause äusserte sich dennoch zufrieden zum Geschäftsgang: «Wir haben unsere Ziele vollständig erreicht.» Den Aktionärinnen und Aktionären wolle man nun eine progressive Dividende bieten. Für das Geschäftsjahr 2024 schlägt das seit Mitte November wieder an der Schweizer Börse SIX kotierte Unternehmen eine Ausschüttung von insgesamt 240 Millionen Franken vor, wobei die Dividende pro Klasse-A-Aktie 3,33 Franken betragen soll.

Sunrise plant Dividendenerhöhung auf 3,42 Franken pro Aktie

Für 2025 will Sunrise die Dividende dann auf 3,42 Franken pro Klasse-A-Aktie erhöhen. Mit einer progressiven Dividende auch in den kommenden Jahren will der erneute Börsendebütant Investoren bei der Stange halten. Gleichwohl fielen die Sunrise-Aktien am Morgen deutlich im Minus, um die Mittagszeit waren es noch -2,4 Prozent auf 41,76 Franken.

Sunrise bestätigte auch seine Prognose für das laufende Jahr 2025: Der Umsatz soll stabil bleiben, der Betriebsgewinn leicht wachsen und die Investitionsquote zwischen 15 und 16 Prozent des Umsatzes liegen. Der bereinigte freie Cashflow wird auf 370 bis 390 Millionen Franken geschätzt.

Ein Augenmerk will Sunrise 2025 auf die eigene Mobilfunkinfrastruktur richten. Details nannte CEO Krause nicht. Sunrise wird den Betrieb der veralteten 3G-Mobilfunktechnologie per Mitte Jahr einstellen. Durch die Abschaltung von 3G kann Sunrise die Kapazitäten für die Technologien 4G und 5G erhöhen. Kunden sollen ab Mitte 2025 von einem schnelleren Mobilnetz profitieren.

Kommentare

User #4784 (nicht angemeldet)

mal sehen wie lange - bis all die armen, die beim wechseln von UPC nicht gleich ausgestiegen sind endlich kündigen können.... Das war mehr als eine grendwertige Erfahrung ... gross kommuniziert, dass alles gleich bleibe, auch der Preis.. pustekuchen und gelogen - Preis wäre wohl gleich geblieben - bei massiv weniger Leistung ( statt inkl. EU nur CH!!!)

User #1204 (nicht angemeldet)

Aha, die UPC-Kunden erhielten ein günstiges Angebot? Komisch ich hätte für die gleichen TV-Sender mehr als doppelte bezahlen sollen, als davor. Dabei haben sie behauptet man hätte die gleichen Sender wie mit dem alten Abo, welches eingestellt wurde (DVB-C wurde abgebaut/eingestellt). Betreffend Preiserhöhung, einfach vom Sonderkündigungsrecht (bis 28.02.25) gebrauch machen und schon ziehen sie die Erhöhung zurück. Zum Glück bin ich die Firma im Mai endgültig los.

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