Ein schmerzhafter Abend für den EHC Visp
Der EHC Visp musste sich am Donnerstag, 3. April 2025, im zweiten Spiel der Ligaqualifikation mit 4:5 nach Verlängerung dem HC Ajoie beugen.

Wie der EHC Visp mitteilt, konnte man nach dem Auswärtssieg auf den Auftritt der Einheimischen gespannt sein. Würde es ihnen gelingen den Oberklassigen nochmals zu bezwingen?
Der Start deutete auf alle Fälle in diese Richtung. Die Visper nahmen das Szepter in die Hand und spielten die Gäste regelrecht an die Wand. Der HC Ajoie fand weder Mittel noch Wege, um etwas entgegenzusetzen.
Bereits in der 5. Spielminute gingen die Hausherren durch Sandro Forrer mit 1:0 in Führung. Und nur gerade vier Zeigerumdrehungen später war es Burgener, der für seine Farben mit viel Einsatz und einer feinen Einzelleistung nachdoppelte.
Schockmoment trotz Traumstart
Manch einer in der Lonza – Arena rieb sich ob des Spielverlaufs die Augen. In der ominösen 13. Spielminute konnten die Visper zum ersten Mal in Überzahl spielen. Schnell konnte man sich im gegnerischen Drittel installieren.
Dann kam es aber zur fatalen Szene. Jannik Fischer machte seinem Ruf ein weiteres Mal alle «Ehre». Mit einer perfiden und gezielten Aktion streckte er Adam Brodecki regelrecht nieder. Dieser blieb benommen liegen und konnte fortan nicht mehr mittun.
Der Täter wurde zurecht mit einem Restausschluss bestraft. Bleibt zu hoffen, dass er gebührend lange aus dem Verkehr gezogen wird. Der Restausschluss galt auch für Eigenmann und Rundquist, welche nach dieser Aktion die Fäuste sprechen liessen.
Die doppelte Überzahl wurde durch Brüschweiler mit dem 3:0 gekrönt. Diese klare Führung half den Vispern jedoch nicht den Schock zu verdauen. Musste man doch für den Rest des Spiels ohne den Verteidigungsminister Eigenmann und ohne den Motor und Eisbrecher Brodecki auskommen. Hinzu kam noch, dass man in der allerletzten Spielminute des Startdrittels den ersten Gegentreffer kassieren musste.
Moral gezeigt nach wackligem Mittelabschnitt
Aus Visper Sicht ist das zweite Drittel schnell erzählt. Der Gegner hatte eindeutig mehr vom Spiel und bei den Vispern spürte man eine gewisse Verunsicherung. Das Schussverhältnis von 8:15 spricht dabei Bände.
So war es eine logische Folge, dass die Gäste ausgleichen konnten. Vor dem Schlussdrittel stellte sich die Frage, ob sich der EHC Visp vom Schock des ersten Drittels und der Umklammerung des zweiten Drittels wieder erholen konnte.
Die Frage kann bejaht werden. Dies trotz der erstmaligen Führung der Gäste in der 43. Spielminute. Der EHC Visp hat in der Folge nicht aufgesteckt und Moral bewiesen. So konnte Jacob Nilsson in der 48. Minute den vielumjubelten Ausgleich erzielen.
Aufgrund der Vorarbeit muss man jedoch sagen, dass das Tor Fadri Riatsch gehört, der mit einer feinen Einzelleistung geglänzt hat. In den letzten Minuten haben beide Teams versucht nicht mehr allzu viele Risiken einzugehen. Auf beiden Seiten kam man zu Torchancen, aber die Torhüter blieben jeweils Sieger.
Verlängerung bringt bittere Entscheidung
So musste die Verlängerung entscheiden. Manch einer hat sich wohl auf einen langen Abend eingestellt. Diesmal war es aber nicht so. Schon nach 20 Sekunden war die Overtime vorbei und der HC Ajoie der Sieger.
Das Spiel hat eindeutig gezeigt wie wichtig Adam Brodecki für den EHC Visp ist. Er bringt viel Wasserverdrängung aufs Eis und macht seine Sturmkollegen eindeutig stärker. Bleibt zu hoffen, dass er sich schnell erholt und in dieser Serie nochmals zum Einsatz kommt.
Falls nicht, müssen seine Teamkollegen mit vereinten Kräften alles daran setzen, dass man seinen Ausfall kompensieren kann. Aber im Moment bleibt ja noch das Prinzip Hoffnung. Schon am Samstag, 5. April 2025, geht es in Pruntrut weiter.