Stadt Basel

Schweizer Kabarett-Grösse César Keiser wäre am Freitag 100 geworden

Keystone-SDA
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Basel,

Am Freitag wäre César Keiser (1925–2007) 100 Jahre alt geworden.

César Keiser
César Keiser im Zürcher Schauspielhaus im Jahr 1993. - Keystone

Der Basler, der viele Jahre in Zürich lebte, galt mit seinen literarischen und zu satirischen Absurditäten neigenden Programmen als einer der «Grand Old Men» des Schweizer Kabaretts.

Seine irrwitzige Gesprächsodyssee mit der Telefonzentrale oder die Probe eines Aufklärungsgesprächs des Vaters mit seinem Sohn gehören zu den Höhepunkten der Schweizer Kabarett-Geschichte. César Keiser hatte sein erstes Soloprogramm 1962 auf Schallplatte aufgenommen.

Vom Zeichnungslehrer zum Bühnenstar

Auf dieser befindet sich unter anderem auch eine gerappte Nummer zu einer Zeit, als der Rap noch lange nicht erfunden war.

Damals lebte der 1925 in Basel geborene Kabarettist bereits in Zürich. 1951 war der ausgebildete Zeichnungslehrer und Hobby-Schlagzeuger nach ersten Kabarett-Auftritten in Basel für das legendäre Zürcher Cabaret Federal engagiert worden. Dort lernte er seine Ehefrau kennen, die Tänzerin Margrit Läubli.

Zusammen mit Läubli bildete Keiser ab 1964 für gut 35 Jahre ein Bühnen-Duo, das in einem gewissen Sinne eine Brücke von Basel nach Zürich schlug: Während Läubli unverkennbar als Zürcherin hör- und erkennbar war, blieb Keiser, wenn er sich nicht in seinem Limericks auf Hochdeutsch ausdrückte, seinem gediegenen Baseldeutsch Zeit seines Lebens treu.

Ein Leben für die Bühne

Auch blieb er seiner Geburtsstadt verbunden, unter anderem als Tambourmajor der Fastnachtsclique Kuttlebuzzer, bei der unter anderem auch sein Altersgenosse Jean Tinguely mitwirkte.

Angesichts seines nahenden Todes griff er in seinem selber verfassten Lebensepilog auf die Fasnachtsymbolik zurück mit einem Gedicht, das mit den Worten: «Ändstraich, vorwärts marsch!» schloss.

Mit seiner inhaltlichen Bandbreite, die von der bissigen literarischen Satire bis zu urkomisch zelebrierten Absurditäten reichte, wurde Keiser für viele Schweizer Kabarettisten zum Vorbild. «César Keiser hat die Kabarettszene der letzten 50 Jahre geprägt», sagte Franz Hohler im März 2007 in seiner Abschiedsrede an der Abdankungsfeier im Zürcher Grossmünster.

Eine bleibende Inspiration

Emil äusserte sich in einem Fernsehinterview nach Keisers Tod mit ähnlichen Worten ebenso Victor Giacobbo. Und sicherlich galt dies auch für seinen Sohn Lorenz Keiser.

César Keiser konnte zahlreiche Auszeichnungen entgegennehmen. 1999 wurde ihm der Salzburger Ehrenstier überreicht und 2004 folgte der Ehren-Prix Walo für sein Lebenswerk.

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