SRF Zuschauer kritisieren Roger Schawinski nach Missbrauchsfrage
Nach einer Kolumne über Roger Schawinski verlor die Edel-Prostituierte Salomé Balthus ihren Job. Zu Unrecht, wie viele SRF-Zuschauer finden.
00:00 / 00:00
Das Wichtigste in Kürze
- Die deutsche Kolumnistin Salomé Balthus war Gast in Roger Schawinskis Sendung.
- Eine dazu veröffentlichte Kolumne von Balthus kostet sie den Job.
- Nach der Ausstrahlung wird Roger Schawinski scharf kritisiert.
Die Wogen gehen hoch. Nach ihrer Aufzeichnung für die SRF-Sendung von Roger Schawinski (73) beschwerte sich eine deutsche Edel-Prostituierte in einer Kolumne über ihn.
Salomé Balthus (34) erhob schwere Vorwürfe gegen Schawinski. Er habe ihr in der Aufzeichnung seiner Talk-Sendung erklären lassen, dass die meisten Prostituierten als Kind von ihrem Vater missbraucht worden seien.

Die Frage, die Schawinski ihr dann gestellt haben soll, lautete: «Hat Ihr Vater Sie als Kind sexuell missbraucht?». Das habe sie derart verstört, dass ihr Seelenleben Schaden genommen habe, schrieb Balthus in ihrer Kolumne bei «Die Welt».
SRF Eklat um Roger Schawinski kostete Balthus den Job
Doch: Die Frage hat Schawinski Balthus nicht wörtlich so gestellt. Balthus wurde bei der «Welt» umgehend entlassen. Die Zeitung entschuldigte sich zudem schriftlich bei Schawinski.
Das stösst bei vielen SRF-Zuschauern nach Ausstrahlung der Sendung auf Empörung. Es sei Balthus anzusehen, dass ihr die Fragen zu ihrem verstorbenen Vater «unangenehm» waren, schreiben Twitter-User. Die darauffolgende Missbrauchsfrage geht vielen entschieden zu weit.
Denn: Auch wenn Schawinski nicht explizit gefragt habe, ob der Vater sie missbraucht habe, sei dies zumindest «implizit» geschehen.
«Die Diskussion, was genau er mit seiner Frage implizieren wollte, kann man sich sparen. Da gibt es genau null Millimeter Interpretationsspielraum.»
...und kurz darauf ist sie freigestellt. Was für eine Geschichte.
— Reto Stauffacher (@stauffre) April 9, 2019
Fazit: Leg dich nicht mit einem #Schawinski an.https://t.co/MCO5PRHWB2 https://t.co/zX4o7qZx9T
Schawinski sei «untragbar», schlussfolgern andere. Und: «Fazit: Leg dich nicht mit einem Schawinski an.»
https://t.co/bHtpP7XZyT wieso hat die @welt IHR gekündigt? #Schawinski hat #Balthus sexuell diskriminiert und als Frau herabgewürdigt, wenn er durch seine Frage impliziert, dass sie von ihrem Vater vergewaltigt worden sei, weil sie eine Prostituierte ist.
— Heike (@azur_heike) April 10, 2019
Sogar von Satiriker Viktor Giacobbo (67) kriegt Schawinski auf Twitter aufs Dach. Er schreibt: «Eklat-Schawinski ist nur unter Kontrolle zu halten, wenn ihm ein ausgewiesener Zirkusdompteur gegenübersteht.»
Dazu postet ein Foto von sich in der Paraderolle des Medien-Pioniers. Giacobbo tourt derzeit an der Seite von Mike Müller mit dem Zirkus Knie durch die Schweiz.
Eklat-Schawinski ist nur unter Kontrolle zu halten, wenn ihm ein ausgewiesener Zirkusdompteur gegenübersteht... https://t.co/U2wxuiFGm0https://t.co/pz3JNQs9Xk pic.twitter.com/hM8ZNSv5RN
— Viktor Giacobbo (@viktorgiacobbo) April 9, 2019