Swiss Medtech fordert den Bundesrat zum Handeln auf
Swiss Medtech hat den Bundesrat aufgefordert, sich gegen die angekündigten US-Zölle zu wehren.

Der Verband der Schweizer Medizintechnik Swiss Medtech hat nach Ankündigung von US-Zöllen auf Schweizer Exporte vom Bund konkrete Signale gefordert, um auf diplomatischem Weg gegenzusteuern. Für die Branche stehe viel auf dem Spiel.
«Swiss Medtech fordert den Bundesrat auf, sich aktiv für den Schutz zentraler Exportkanäle einzusetzen – durch rasche Regulierungsanpassungen und handelspolitische Gespräche mit Washington», wird Verbandspräsident Damian Müller am Donnerstag in einem Communiqué zitiert.
Konkret sollen Produkte, die von der amerikanischen Arzneimittelbehörde zugelassen sind, vom Bundesrat rasch und per Verordnung auch hierzulande zugelassen werden. «Das wäre ein klares Signal an die US-Regierung für Dialog statt Zollpolitik», sagte Müller.
Swiss Medtech fordert Abbau technischer Handelshemmnisse
Bislang erkennt die Schweiz ausschliesslich Medizinprodukte mit EU-Zertifizierung an. Das Parlament hatte 2022 den Bundesrat beauftragt, zusätzlich auch Produkte mit Zulassung der US-amerikanischen Food & Drug Administration (FDA) zuzulassen.
Laut Swiss Medtech steht für die Branche viel auf dem Spiel: 2023 gingen Medtech-Produkte im Wert von 2,8 Milliarden Franken in die Vereinigten Staaten. Das entspreche mit 23 Prozent fast einem Viertel aller Schweizer Medtech-Ausfuhren. Der wichtigste Absatzmarkt bleibt die Europäischen Union (EU). Dorthin geht die Hälfte der Exporte.
Swiss Medtech fordert überdies den aktiven Abbau technischer Handelshemmnisse und die Weiterentwicklung internationaler Abkommen. Denn jeder dritte Arbeitsplatz in der Schweizer Medtech-Branche hänge von EU-Aufträgen ab. «Diese Beziehung muss gezielt gestärkt werden», betont Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech.