Italien nimmt 147 Flüchtlinge aus Libyen auf
Italien hat 147 Flüchtlinge aus der libyschen Küstenstadt Misrata aufgenommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Flüchtlinge aus Küstenstadt Misrata nach Rom geflogen.
Die Flüchtlinge wurden am Montag zu einem Militärstützpunkt nahe Rom geflogen. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums stammen die meisten Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia, ausserdem aus Syrien, Äthiopien und dem Sudan. Demnach befanden sich in der Gruppe 68 Minderjährige.
UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi rief andere Staaten auf, dem italienischen Beispiel zu folgen und Flüchtlinge aufzunehmen, die in dem nordafrikanischen Krisenstaat festsässen. Mit Blick auf die neuen Gefechte in Libyen warnte er, vielen Flüchtlingen drohe ein «tragisches» Schicksal.
Italiens populistische Regierung fährt in der Flüchtlings- und Migrationspolitik eine harte Linie und geht immer wieder gegen Flüchtlingsschiffe vor. Innenminister Matteo Salvini von der rechtsradikalen Lega-Partei erklärte am Montag, Italien sei offen für «die Frauen und Kinder, die jungen Menschen, die wirklich vor Krieg fliehen». Nicht offen sei Italien aber für «Menschenschmuggler».
In Libyen ist die Gewalt neu entflammt. Der abtrünnige libysche General Chalifa Haftar hatte am 4. April eine Offensive auf Tripolis gestartet, wo die UN-gestützte Regierung der nationalen Einheit sitzt. Seitdem liefern sich regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt.