Wendepunkt? Trump bezeichnet Carney korrekt als «Premierminister»
Nach einem Telefonat bezeichnet Trump seinen kanadischen Amtskollegen Carney korrekt als Premierminister. Vorgänger Trudeau war für ihn nur «Gouverneur».

Donald Trump und der neue kanadische Premierminister Mark Carney führten am Freitag ein erstes Gespräch, das beide als produktiv beschrieben. Im Anschluss bezeichnete Trump Carney in einem Statement korrekt als Premierminister.
Dessen Vorgänger Justin Trudeau hatte er monatelang absichtlich «Governor» genannt, wie «Reuters» berichtet.
Premier lobt Trumps respektvollen Umgang
Carney hatte vor rund drei Wochen die Führung der Liberalen und in diesem Zuge das Amt des Regierungschefs übernommen. Laut «Politico» hob er hervor, dass Trump im Gespräch mit Blick auf Kanada den Respekt gewahrt habe.

Dies stelle eine deutliche Abkehr von Trumps früherem Umgang mit Trudeau dar.
Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund drohender US-Zölle auf kanadische Autoimporte statt, die Anfang April in Kraft treten sollen. Laut «CNN» kündigte Kanada bereits an, mit eigenen Vergeltungsmassnahmen zu reagieren, um die heimische Wirtschaft zu schützen.
Spott und Provokation
Während dessen Amtszeit hatte Trump den ehemaligen Premierminister Justin Trudeau wiederholt als «Governor» bezeichnet, was Beobachter als bewusste Provokation interpretierten. Laut «Yahoo News» war dies Teil eines rhetorischen Spiels, in dem Trump Kanada sogar als potenziellen weiteren US-Bundesstaat vorschlug.

Die Bezeichnung «Premierminister» unterstreicht die Rolle des Amtsinhabers als Regierungschef Kanadas. Im Gegensatz dazu ist ein Gouverneur ein Vertreter der Krone und hat hauptsächlich zeremonielle Aufgaben, wie «The Canadian Encyclopedia» erläutert.
Trudeau reagierte darauf stets scharf und verteidigte Kanadas Unabhängigkeit vehement, wie «UNILAD» berichtet. Unter anderem warf er dem US-Präsidenten vor, eine wirtschaftliche Krise in Kanada zu provozieren, um eine Annexion zu erleichtern.
Annexion vom Tisch?
Mit der korrekten Bezeichnung von Mark Carney als Premierminister scheint Trump einen neuen Ton anzuschlagen. Laut «Reuters» betonte Carney nach dem Gespräch die konstruktive Atmosphäre und die Bereitschaft beider Seiten zur Zusammenarbeit.
Trump selbst beschrieb das Gespräch auf Truth Social als «hochproduktiv» und betonte, dass man sich auf viele Punkte geeinigt habe. Laut «Politico» verzichtete er dabei auf jegliche Andeutungen einer Annexion Kanadas oder andere provokative Bemerkungen.
Die Gespräche zwischen Trump und Carney könnten einen Wendepunkt markieren. Laut «CNN» bleibt jedoch abzuwarten, ob dieser neue Ton langfristig Bestand hat oder lediglich taktischer Natur ist.