Stadt Zürich soll Tram Affoltern vorfinanzieren
Die Stadt Zürich soll das Tram Affoltern vorfinanzieren. Der Kanton stellte das Projekt aus finanziellen Gründen zurück.

Die Stadt Zürich soll das Tram Affoltern vorfinanzieren. Einen entsprechenden Vorstoss hat das Stadtparlament mit 66 zu 51 Stimmen bei einer Enthaltung am Mittwoch überwiesen. Der Kanton stellte das Projekt aus finanziellen Gründen zurück.
Derzeit rechnet der Kanton mit Kosten von rund 450 Millionen Franken. Eigentlich hätte das Tram bis 2029 realisiert werden sollen. Es kam aber Widerstand von Umweltschützern wegen der Fällung von 600 Bäumen und der Verbreiterung der Wehntalerstrasse auf.
Rund 100 Einsprachen gingen ein und der Kanton priorisiert aus finanziellen Gründen gewisse Grossprojekte. Das Tram soll warten.
Aus dem nördlichen Quartier, das derzeit durch Busse erschlossen ist, kam politischer Druck auf. Die Motionäre von Mitte, FDP und SP argumentieren auch mit Kosten – zu einem späteren Zeitpunkt könnten diese noch grösser werden.
Politische Debatte um Finanzierung
Das Quartier wachse schnell, sagte Benedikt Gerth (Mitte). Eine sichere, zuverlässige ÖV-Verbindung sei angebracht. Die Gegner zweifelten daran, dass das Geld vom Kanton zurückkommen werde. Sven Sobernheim (GLP) sagte, er habe nichts gegen das Tram.
Doch es gehe nicht, dass die Stadt das Projekt finanziere und hoffe, dass der Kanton das Geld der «verhassten Stadt» zurückzahlt. Stephan Iten (SVP) sagte, seine Partei sei die einzige, die noch «aufs Kässeli» schaue.
Die Grünen wurden kritisiert, weil sie sonst nicht gegen den ÖV-Ausbau seien. Doch sie wollten sich nicht «erpressen» lassen, sagte Julia Hofstetter.
Mit diesem Projekt sei niemand richtig zufrieden. Ihr Parteikollege Markus Knauss zeigte sich «zutiefst betrübt», dass die Strasse teilweise bis an die Hausmauern reichen solle. Das Projekt sei grösser geworden und bringe mehr Autoverkehr.
Stadtrat Michael Baumer (FDP) sagte, es brauche dieses Tram für das wachsende Quartier. Die Busse hätten zu wenig Kapazität. Die Rahmenbedingungen liessen es nur in dieser Grösse zu.
Wegen der Finanzierung suche die Stadt eine Lösung mit dem Kanton.