Fussball-Clubs planen Experten-Gremium gegen Fangewalt
Die Stadtzürcher Fussball-Clubs GC und FCZ reagieren auf die zunehmende Gewalt zwischen ihren Fangruppen: Sie wollen ein lokales Experten-Gremium schaffen. Dieses soll Verbesserungen der Fanarbeit und der Gewaltprävention im Club-Fussball aufzeigen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Zürcher Fussball-Clubs GC und FCZ planen Experten-Gremium gegen Fangewalt.
- Letzte Woche wurde vor dem Derby FCZ gegen GC ein 14-jähriger von Unbekannten angegriffen.
Das Experten-Team soll in den kommenden Wochen nominiert werden, teilten die beiden Fussball-Clubs am Freitag gemeinsam mit. Am Vortag hatte ein Gespräch mit dem Stadtzürcher Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) stattgefunden.
Die Clubs wollen explizit eine fussballbezogene Beurteilung der Situation und diese danach mit den politischen Behörden und der Öffentlichkeit teilen.
"Wir wollen uns ganz spezifisch im Bereich Prävention und Fanarbeit nochmals verbessern. Es soll unser konstruktiver Beitrag zu einem gesellschaftlichen Problem sein», wird GC-Präsident Stephan Anliker im Communiqué zitiert. Gewalt im öffentliche Raum betreffe nicht nur die Fussball-Clubs, sondern die gesamte Bevölkerung.
Gemäss Anliker und FCZ-Präsident Ancillo Canepa zeigen die aktuellen Gewalttaten vor und nach dem vor einer Woche ausgetragenen Derby in Zürich, dass sich die Gewalttaten immer mehr auf Standorte weit ausserhalb des Stadions verlagern. Im Stadion selber herrsche mittlerweile weitgehend eine positive Atmosphäre.
Die beiden Fussballvereine hätten aber weder die Kompetenzen noch andere Möglichkeiten, an entlegenen Tatorten bei Ausschreitungen Einfluss zu nehmen.
Die Vereine seien dort «ganz auf die Behörden angewiesen und unterstützen diese seit Jahren nach ihren Möglichkeiten». Dies werde man auch weiterhin tun und auch zusätzliche Massnahmen treffen - falls diese in die Kompetenzen der Clubs fallen.
Am vergangenen Samstagabend war vor dem Derby FCZ gegen GC ein 14-Jähriger von Unbekannten angegriffen und mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert worden. Der Teenager erlitt erhebliche Verletzungen am Kopf und am Oberkörper.