Der FCB startet gegen Lausanne mit einem schlimmen Auftritt in die neue Saison. Nau.ch-Kolumnist Erni Maissen kritisiert auch Trainer Fabio Celestini.
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Erni Maissen ist Kolumnist bei Nau.ch. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Der FCB zeigt gegen Lausanne (2:3) zum Saisonstart einen schwachen Auftritt.
  • Nau.ch-Kolumnist Erni Maissen kritisiert die Spieler – aber auch Coach Celestini.
  • Am Samstag (20.30 Uhr) gegen Lugano braucht der FCB bereits einen Sieg.
  • Den Transfermarkt habe man in diesem Sommer verschlafen.
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Beim FCB wissen nach der Fast-Abstiegs-Saison eigentlich alle: Ein schlechter Start kann eine ganze Spielzeit prägen. Dass die Basler in Lausanne trotzdem schon nach zwei Minuten hinten liegen, ist unglaublich.

Für mich ist klar: An dieser Niederlage ist auch der Staff mitschuldig.

Wie endet die Partie zwischen dem FCB und Lugano?

Einerseits fehlte es komplett an Einstellung und Wille. Ein Trainer arbeitet mit seinem Team auf ein Datum hin. Diese Mannschaft war nicht auf den Punkt parat. Ein Gegentor nach zwei Minuten ist auch Einstellungssache.

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Fabio Celestini bringt Kevin Rüegg nach einer Horror-Halbzeit. - Keystone

Andererseits hat sich Fabio Celestini in seiner Aufstellung vergriffen. Anton Kade als rechten Aussenverteidiger aufstellen? Das ging komplett nach hinten los. Der Deutsche ist definitiv kein Defensiv-Spezialist, alle Tore fallen über seine Seite.

Auf der anderen Seite war auch Dominik Schmid zu offensiv eingestellt. In einer neuen Saison geht es zuerst auch darum, defensiv solid zu stehen. Der FCB war viel zu nonchalant.

Offenbar wollte man viel Druck auf die Lausanne-Verteidiger machen. Das ging gründlich in die Hose. Erst zur Pause bringt Celestini die defensiveren Rüegg und Vouilloz.

Der FCB sollte mit Vierer-Abwehr spielen

Von den drei Innenverteidigern war Adjetey der beste. Der Youngster braucht neben sich aber einen erfahrenen Mann, der ihn unterstützt. Und den hatte er zu keinem Zeitpunkt gegen Lausanne.

Comas zog einen ganz schwarzen Tag ein, auch Barisic stand neben sich. So hatte am Ende jeder der drei Innenverteidiger Riesenprobleme.

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Adjetey war gegen Lausanne noch der beste Innenverteidiger. - Keystone

Ich hoffe schwer, dass Celestini gegen Lugano auf eine Vierer-Abwehr umstellt. Und ich hoffe, dass der FCB auf dem Transfermarkt noch einen guten Zehner findet. Ein Spieler, der tödliche Bälle spielen kann, fehlt bei Rotblau weiterhin.

Leider haben die FCB-Einkäufer lange zugeschaut – und nicht das eingekauft, was man gebraucht hätte. Möglich, dass die Basler nehmen müssen, was übrig ist. Der FCB ist auch auf dem Transfermarkt einen Schritt zu spät – wie letzte Saison.

Skepsis bei den Neuen – schon vor Lugano das Messer am Hals

Bei den bisherigen Transfers habe ich Zweifel: Léo Leroy war bei Montpellier Ergänzungsspieler. Und Sheffield hat Stürmer Bénie Traoré nicht ohne Grund abgegeben. Seine letzten Tore hat der 21-Jährige vor über einem Jahr in Schweden gemacht.

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Schlägt Sportchef Daniel Stucki auf dem Transfermarkt nochmals zu? - Keystone

Beim FCB denken offenbar viele (Staff, Sportchef und Spieler), es wird dann schon irgendwie gehen. Ich sehe es anders. Der FCB hat schon wieder das Messer am Hals. Gegen Vizemeister Lugano – der in der CL-Quali nur knapp gegen Fenerbahce verlor – muss ein Sieg her.

Eine Saison wie die letzte können sich die Basler nämlich nicht mehr leisten. Irgendwann hat auch der treuste Fan genug. Und dann wirds richtig ungemütlich.

Braucht der FCB Xherdan Shaqiri?

Zum Schluss noch ein Wort zu Xherdan Shaqiri. Der Name des Ex-Nati-Stars geistert schon länger im Joggeli umher. Ich glaube nicht, dass er kommt.

Xherdan Shaqiri trifft gegen Schottland herrlich zum Ausgleich. - SRF

Zudem ist es eine Illusion, dass die Probleme des FCB mit einem Shaqiri-Transfer gelöst wären. Fans könnten sich zwar ab und zu über ein Traumtor freuen. Aber Shaq kann nicht jeden Match voll gehen, seine Muskelprobleme sind ein Risiko.

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Zur Person: Erni Maissen absolvierte 406 Spiele für den FCB, erzielte dabei 142 Tore. Damit liegt er an dritter Stelle, einzig Marco Streller und Seppe Hügi schossen noch mehr Tore. In Basel ist der 66-Jährige bis heute eine Legende.

Bereits als Spieler hat der ehemalige Stürmer seine Meinung immer klar und deutlich gesagt. Das wird sich auch in seiner Nau.ch-Kolumne nicht ändern. Versprochen!

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