Martin Albertsen verlässt den Schweizerischen Handball-Verband
Wie der Schweizerischen Handball-Verband mitteilt, verlässt Martin Albertsen, Cheftrainer des Frauen-A-Nationalteams den Schweizerischen Handball-Verband.

Der Schweizerischen Handball-Verband (SHV) und Martin Albertsen gehen ab der neuen Saison getrennte Wege.
Der Däne, der beim Verband noch einen Vertrag bis Ende Jahr 2024 hat, setzt seine Trainer-Karriere bei einem europäischen Spitzenklub fort.
Die involvierten Parteien geben den neuen Arbeitgeber von Albertsen aus vertraglichen Gründen erst anfangs Juni 2023 bekannt.
Martin Albertsen hatte seinen Wechsel-Wunsch den Verantwortlichen vor einigen Tagen mitgeteilt.
Abschied fällt Martin Albertsen nicht leicht
Nach einer genauen Analyse der Situation konnten sich nun alle Seiten auf die vorzeitige Auflösung des Vertrages beim SHV einigen, über die Ablösemodalitäten vereinbaren der Verband und der betreffende Klub Stillschweigen.
Der Abschied fällt Albertsen nicht leicht. «Ich möchte mich beim Verband und der ganzen Handball-Schweiz für fünf tolle Jahre bedanken. Ich bin stolz – sowohl auf die Leistungen der National- als auch auf jene der Akademiespielerinnen.»
«Der Schweizer Frauen-Handball hat in den vergangenen Jahren auf europäischer Ebene ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Zukunft sieht sehr rosig aus. Die Chance, die sich mir nun aber bietet, kommt vielleicht nur einmal im Leben.»
Martin Albertsen übernahm Leitung der CONCORDIA Handball Akademie Frauen
Der 49-jährige Däne coachte die Frauen-Nationalmannschaft seit 2018.
In den ersten beiden Jahren war er parallel dazu auch Trainer des aktuellen deutschen Meisters SG BBM Bietigheim.
Dieses Amt legte er im Sommer 2020 nieder und wechselte in einem 100-Prozent-Pensum zum SHV – neben dem Job als A-Nationaltrainer übernahm Albertsen auch die Leitung der im August 2020 eröffneten CONCORDIA Handball Akademie Frauen.
Seit dieser Saison fungierte er überdies auch als Frauen-U20-Nationaltrainer.
Albertsen wird eine Lücke hinterlassen
Zentralpräsident Pascal Jenny bedauert den Abgang von Martin Albertsen.
«Im ersten Moment erfasste mich eine grosse Enttäuschung, dass unser erfolgreicher Trainer Martin Albertsen aus einem laufenden Vertrag anderthalb Jahre vor der Heim-EM abgeworben wird.»
«Nach dem offenen Gespräch mit Martin freute es mich jedoch, ihm diese Chance zu ermöglichen. Zumal auch alle unsere Vorgaben für eine frühzeitige Vertragsauflösung erfüllt wurden.»
«Martin wird eine Lücke hinterlassen. Diese bietet dem Schweizer Frauen-Handball auch Möglichkeiten für neue Inputs. Wir denken als Verband in Chancen. Martin kann ich nur von ganzem Herzen für seine überragende Arbeit beim SHV danken.»
Dank Martin Albertsen erlebte der Frauen-Handball einen Aufschwung
Unter Martin Albertsen erlebte der Schweizer Frauen-Handball einen grossen Aufschwung.
Die Vorwärtsstrategie der Vereine in der SPAR Premium League (SPL) und die damit verbundene Professionalisierung führte die Schweiz in Kombination mit der Arbeit des 49-jährigen Dänen zu sofortigen Erfolgen.
Nach Albertsens Amtsantritt 2018 schaffte es die Frauen-Nati auf Anhieb in die WM-Playoffs, etwas das diesem Team zuvor nie gelungen war. Im Frühjahr 2021 schnupperte es gegen Tschechien gar an der erstmaligen WM-Teilnahme.
Ein Jahr später gelang den Schweizerinnen die Teilnahme an der EHF EURO 2022, an welcher man als krasse Aussenseiterin gestartet einen historischen Punkt gegen Kroatien holte und das Turnier auf Rang 14 abschloss.
In EHF wird die Schweiz auf Rang zehn in Europa geführt
Als Cheftrainer der CONCORDIA Handball-Akademie in Verbindung mit der Übernahme des weiblichen U20-Nationalteams hinterlässt Albertsen ebenfalls beeindruckende Spuren.
Unter seiner Ägide schafften es zahlreiche Akademie-Spielerinnen in die A-Nationalmannschaft; mit Norma Goldmann (Bad Wildungen) und Alessia Riner (Neckarsulm) wechseln die ersten Abgängerinnen in diesem Sommer 2023 bereits in die erste Bundesliga nach Deutschland.
Im weiblichen Nachwuchsranking der EHF wird die Schweiz inzwischen auf Rang zehn in Europa geführt. Ganz beendet sind die Tätigkeiten von Albertsen beim Verband noch nicht.
Bis Ende Saison leitet er nach wie vor die Akademie-Trainings, abschliessend wird er die Schweiz an der U20-EM in Rumänien vom 6. bis 17. Juli 2023 coachen.