Vor 1000. Formel 1 GP schaut Nau-Experte Paul Gutjahr zurück
Nau-Formel 1-Experte Paul Gutjahr blickt vor dem 1000. Grand Prix zurück auf seine persönlichen Highlights.
Das Wichtigste in Kürze
- Am Sonntag steigt in China der 1000. Grand Prix der Formel 1-Geschichte.
- Nau-Experte Paul Gutjahr blickt auf persönliche Highlights und Figuren der F1 zurück.
Es ist nicht einfach zu sagen, welche Ära die Formel in und ihre 1000 Grand Prix am meisten geprägt hat. Für mich waren es immer die Menschen, die im Mittelpunkt standen. Die verschiedenen Figuren ihrer Zeit.
Die erste ganz grosse Persönlichkeit, die ich kennen lernen durfte, war Juan Manuel Fangio. Bei einem GP in Barcelona in den 70er-Jahren hatte ich ein längeres Gespräch mit ihm. Wir sassen in der Lobby eines grossen Hotels und die ganze Formel 1-Szene war da. Fast niemand hat den grossen Fahrer noch erkannt, das hat mich erstaunt.
Eine ganz besondere Figur in der Formel war interessanterweise kein Fahrer – Bernie Ecclestone. Nur dank seinem Einsatz und der Tatsache, dass er alle Interessen bündeln konnte, hat sich die Formel 1 als Marke weltweit etablieren können.
Formel 1 GP der Schweiz
Seit 1955 gilt in der Schweiz ein Verbot für Rundstreckenrennen. 1982 fand trotzdem ein Grand Prix der Schweiz statt. Gefahren wurde im französischen Dijon. Ich war damals der OK-Präsident und Bernie Ecclestone war erstmals als Promoter im Einsatz.
Wir hatten einen mehrjährigen Vertrag in der Tasche. Aber wegen Problemen mit der TV-Vermarktung der einzelnen Länder, blieb 1982 leider die einzige Ausgabe des GP der Schweiz.
In dieser Zeit prägte Niki Lauda die Formel 1. Er fuhr 1982 beim GP der Schweiz auf das Podest, das sind schöne Erinnerungen. Lauda wurde in den 70er Jahren zwei Mal Weltmeister, verliess dann die Formel 1 und holte nach seinem Comeback noch einmal einen WM-Titel.
Senna und Schumacher
Später war es für mich vor allem die Zeit mit Ayrton Senna, die mich faszinierte. Der Brasilianer war eine grosse Persönlichkeit und ein herausragender Fahrer. Sein Tod in Imola 1994 war ein Schock für alle, die in irgend einer Form mit der Formel 1 verbunden waren.
Und schliesslich kam Michael Schumacher. In seinen zehn Jahren bei Ferrari von 1996 bis 2006 prägte er als Figur und Mensch die Formel 1 wie kein zweiter vor und nach ihm.
In der heutigen Zeit wird in der Formel 1 der Technik meiner Meinung nach, zu grosse Bedeutung zugewiesen. Ich hoffe und glaube auch, dass bald einmal wieder der Mensch im Mittelpunkt der Formel 1 stehen wird.