Ukraine Krieg: Jetzt kämpfen pazifistische Japaner für Selenskyj

Im Ukraine-Krieg sind Freiwillige an der Front gesucht. Der Aufforderung von Präsident Selenskyj sollen bereits Hunderte nachgekommen sein.

Soldaten erhalten im Ukraine-Krieg Unterstützung von Freiwilligen aus dem Ausland. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ukraine gründet eine Art «Fremdenlegion».
  • Damit können sich ausländische Freiwillige dem Kampf gegen Russland anschliessen.
  • Nach wenigen Tagen haben sich bereits Hunderte Freiwillige zum Dienst gemeldet.

Der Ukraine-Krieg sorgt international für Empörung, gefolgt von einer Welle der Solidarität. Bei dieser soll es aber nicht bleiben, wenn es nach dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geht. Da die Nato nicht in den Kampf gegen Russland eingreifen will, soll nämlich eine «internationale Legion» gebildet werden.

Der Aufruf stösst auf Anklang. Am Mittwoch gab der ukrainische Aussenminister Dymtro Kuleba vor den Medien bekannt: «Aus 16 Ländern weltweit sind bereits Freiwillige in die Ukraine gekommen. Ihre Zahl hat bereits mehr als 1000 Menschen überschritten.» Unabhängig überprüfen lassen sich diese Informationen allerdings nicht.

Die Kampfwilligen reisen nicht nur aus Europa, sondern auch aus Übersee an, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Selbst Freiwillige aus dem zum Pazifismus verpflichteten Japan melden sich zum Dienst. 70 japanische Männer sollen sich bis Dienstag an die ukrainische Botschaft gewandt haben, so die Zeitung «Mainichi Shimbun».

Ukraine Krieg: Diese Qualifikationen sind notwendig

Die Botschaft schreibt auf Twitter: «Jeder Kandidat dafür muss Erfahrung in den japanischen Selbstverteidigungskräften haben oder eine spezielle Ausbildung absolviert haben.»

Ein Finne, der sich im Ukraine-Konflikt der «internationalen Legion» angeschlossen hat. - Twitter

Auch aus den baltischen Staaten und Georgien reisen viele Freiwillige in die ukrainischen Kriegsgebiete, berichtet der österreichische «Standard». Auch eine Hand voll US-Amerikaner und Engländer bereiten sich Medienberichten zufolge auf einen Kampf vor.

Ukraine Krieg: Deutsche dürfen auch für Putin kämpfen

Deutsche werden ebenfalls erwartet. Die Bundesregierung in Berlin werde Staatsbürger grundsätzlich nicht daran hindern, in der Ukraine mitzukämpfen. Das gab das Innen- und Justizministerium gegenüber dem «Tagesspiegel» bekannt.

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Dabei sind die Deutschen nicht an die ukrainische Fremdenlegion gebunden. Sie dürften auch auf der russischen Seite, für die Interessen von Wladimir Putin, in den Krieg ziehen.

Man wolle aber verhindern, dass sich Extremisten am Krieg beteiligen. Nötigenfalls wolle man Rechtsextremisten die Ausreise verweigern, heisst es.