Einride Pod: Güterverkehr ohne Arbeitsplatz
Eine Zeitenwende in der Logistik: Dieses autonome, elektrische Fahrzeug ebnet den Weg für einen effizienteren, nachhaltigeren Güterverkehr.

Der Einride Pod ist ein autonomer, elektrischer LKW, der die Transportbranche revolutionieren könnte. Mit seinem futuristischen Design und dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Effizienz zieht er die Aufmerksamkeit von Logistikunternehmen und Technologie-Enthusiasten gleichermassen auf sich.
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf den Einride Pod, seine technischen Spezifikationen, Vorteile, Einsatzgebiete und die rechtlichen Rahmenbedingungen für seinen Einsatz.
Technische Spezifikationen
Der Einride Pod zeichnet sich durch sein einzigartiges Design aus: Er besitzt keine Fahrerkabine. Stattdessen setzt Einride auf eine Kombination aus autonomer Fahrtechnologie und der Option zu Fernsteuerung durch geschulte Operatoren.

Der Pod ist 7 Meter lang und 2.5 Meter breit und kann 15 Europaletten transportieren. Mit einem 280 kWh-Akku schafft er Reichweiten von bis zu 200 Kilometern.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 85 km/h. Die maximale Ladekapazität beträgt 16 Tonnen. Für die Navigation nutzt der Pod Kameras, Infrarotsensoren und Radarsensoren.
Klassifizierungssystem für autonomes Fahren
Einride hat ein eigenes Klassifizierungssystem für autonomes Fahren entwickelt, das sich an den Einsatzmöglichkeiten für den Güterverkehr orientiert. Es umfasst fünf Stufen (AET = Autonomous Electric Transport):
AET 1 (Fenced): Vollautonomer Betrieb in geschlossenen Bereichen mit vorgegebenen Routen.
AET 2 (Nearby): Betrieb in geschlossenen Bereichen und auf kurzen Strecken auf öffentlichen Strassen.
AET 3 (Rural): Betrieb auf Nebenstrassen und weniger befahrenen Hauptstrassen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.
AET 4 (Highway): Vollautonomer Betrieb auf Autobahnen und anderen Hauptstrassen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h.
AET 5: Zukünftige Stufe mit vollautonomem Betrieb unter allen Bedingungen.
Die Stufen AET 1 und 2 sind bereits verfügbar, AET 3 und 4 können vorbestellt werden. Unternehmen können den Pod für eine Reservierungsgebühr von 10.000 US-Dollar bestellen.
Einsatzgebiete
Der Einride Pod wird bereits in verschiedenen Bereichen eingesetzt und erprobt:
Pilotprojekt im Hamburger Hafen: Im Rahmen des Projekts «Hamburg TruckPilot» werden autonome LKW im Hamburger Hafen getestet. Zwei Prototypen sollen vollautomatisiert die Anfahrt auf die A7 leisten und innerhalb des Containerterminals Altenwerder die Ent- und Beladung autonom abwickeln.
Pilotprojekt im Hafen von Rotterdam: Im Rahmen des Projekts MAPGIE (sMArt Green Ports as Integrated Efficient Multimodal Hubs) wird ein autonomer LKW von DAF im Hafen von Rotterdam getestet13. Ziel des Projekts ist es, den Transport im Hafen nachhaltiger zu gestalten.
Einride arbeitet ausserdem mit Lidl und DB Schenker zusammen, um den Pod in realen Szenarien zu testen. Einride plant, den Pod zukünftig auch in weiteren Bereichen einzusetzen, beispielsweise im städtischen Lieferverkehr oder im Langstreckenverkehr.