Masken, Kreuze und Ureinwohner
Wir feiern dieses Jahr Weihnachten und Neujahr in Boruca. Das ist spannender als es tönt.
Das Wichtigste in Kürze
- Weihnachten in Zentralamerika: garantiert ohne Schnee.
- Neujahr mit Masken und Party.
- In Boruca wurde die Gastfreundschaft erfunden.
Was macht eine Familie auf Weltreise an Weihnachten und Neujahr, wenn sie durch Zentralamerika reist? Die Festtage bei Ureinwohnern verbringen natürlich. Oder wir tun das. Wir dachten: Mal was anderes.
Und staunten bei unserer Ankunft im Ureinwohnerdorf Boruca nicht schlecht. Ein riesiges Kreuz ragte auf einem Hügel in die Höhe. Als wäre das nicht genug, leuchteten überall bunte Weihnachtslichter. Vor jedem Haus ein geschmückter Weihnachtsbaum und Schilder «Feliz Navidad».
Das Bild von naturverbundenen Ureinwohner, die ihre Kulte mit Drogen und Opfern zelebrieren war dahin. Boruca - das Dorf der Ureinwohner - könnte katholischer kaum sein. Etwas womit wir nicht rechneten. Und wir rechneten auch nicht damit, bei einer einheimischen Familie ein klassisches Weihnachten zu feiern.
Weihnachtslieder im Hiphop-Stil
Während wir draussen in der Sonne schwitzten, liefen Sternensinger die staubige Strasse entlang. Mit blinkenden Nikolausmützen. Und ihre Weihnachtslieder tönten mehr nach Hiphop, als nach traditioneller und besinnlicher Weihnachtsmusik.
Wer Weihnachten in Europa zu kitschig findet, sollte nicht nach Lateinamerika kommen. Und erst recht nicht nach Europa. Unsere Gastfamilie schmückte ihr Haus mit mehr als nur einem Weihnachtsbaum aus Plastik. Die vor Lichtern, bunten Kugeln und flauschigen Schleifen überquollen.
Wir kamen nach Boruca, weil hier über Neujahr ein traditionelles Fest gefeiert wird - da fiesta de fin de ano. Mit den okkulten Praktiken, die wir uns von so einem Dorf erhofften.
Wie wir dieses okkulte Neujahrsfest erlebten, erfahrt ihr nächste Woche in unserer Zusammenfassung auf nau.ch.
Liebe Grüsse