Die Schweiz will verhandeln: Trump mit Milliarden beruhigen?
Die eingeführten Zölle von Donald Trump stellt die Schweizer Regierung vor Herausforderungen. Die Schweiz will verhandeln und erwägt Investitionsgarantien.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach Trumps verhängten Zöllen steht die Schweizer Regierung vor Herausforderungen.
- Die Schweiz ist bereit zu verhandeln.
- Im Wirtschaftsdepartement wird nun die Idee von Investitionsgarantien geprüft.
Trotz der fairen Handelspraktiken der Schweiz hat Donald Trump kürzlich Zölle eingeführt, die die Weltwirtschaft stark treffen. Diese Entscheidung wurde ohne Rücksicht auf externe Argumente und ohne Einbezug relevanter Ministerien getroffen.
Ab nächster Woche werden daher Schweizer Unternehmen voraussichtlich hohe Zölle für Exporte in die USA zahlen müssen.
Schweizer Regierung steht vor einer Herausforderung
Ursprünglich sprach Trump von einem Satz von 31 Prozent. Später wurde jedoch eine Zahl von 32 Prozent in einem offiziellen Dokument genannt. Nach einer erneuten Korrektur gilt nun wieder der erste Wert.
Die Schweizer Regierung steht vor einer Herausforderung: Wie kann sie US-Präsident Donald Trump dazu bewegen, seine hohen Zölle auf Schweizer Produkte zu senken? Der «Tagesanzeiger» berichtete darüber.
Dass die Schweiz keine unfairen Handelspraktiken gegenüber den USA anwendet und fast vollständig auf Zölle verzichtet, wird wohl nicht ausreichen.
Die Schweiz versucht jetzt dringend, Zugang zu Trumps engstem Kreis zu bekommen. Eine Gruppe, zu der sie bisher keinen Kontakt hatte.
Investitionsgarantien als Lösung?
Trump scheint Zugeständnisse von vielen Ländern zu suchen, unabhängig von deren tatsächlichem Zollniveau. Die Schweizer Regierung ist zu Verhandlungen bereit.
Sie will jedoch nicht nur niedrigere Zölle für die Schweiz erreichen, sondern auch andere Verbesserungen im Handelsbereich. Andernfalls wären Zugeständnisse an die USA politisch schwer zu vermitteln.
Nun rückt ein Instrument in den Fokus der Verhandlungen: Investitionsgarantien. Mit diesem Ansatz hatte die Schweiz kürzlich Erfolg bei den Freihandelsverhandlungen mit Indien.
Die Mitglieder der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA – Norwegen, Island und Liechtenstein sowie die Schweiz – versprachen: Ihre Unternehmen werden in den nächsten 20 Jahren 100 Milliarden Franken in die indische Wirtschaft investieren.
Dieses Versprechen führte zur Schaffung einer Million Arbeitsplätze und wurde vom schweizerischen Parlament im März gebilligt.
Hoffnung auf einen Bluff
Eine ähnliche Idee wird jetzt im Wirtschaftsdepartement unter Leitung von Guy Parmelin diskutiert, wie der «Tagesanzeiger» schreibt. Es bleibt jedoch unklar, ob der US-Präsident eine ähnliche Investitionszusage akzeptieren würde wie Indien.

Schweizer Unternehmen haben bereits rund 300 Milliarden Franken in den USA investiert. Die Schweiz liegt damit auf Platz 6 aller Länder. Ihre Direktinvestitionen haben sich in den letzten 20 Jahren fast verdreifacht.
Es besteht jedoch immer noch die Hoffnung, dass Trumps Zollankündigung nur ein Bluff war. Dass er eine Ausnahme für die Schweiz vorgesehen hat, die er bisher nicht kommuniziert hat, ist jedoch eher unwahrscheinlich.