Trump-Zölle: Gruyère drohen in den USA Mega-Einbussen
Über zehn Prozent der gesamten Produktion exportiert Gruyère AOP in die USA. Die Strafzölle von Donald Trump sind ein schwerer Schlag für die Branche.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Jahr 2024 wurden 4341 Tonnen des beliebten Gruyère AOP in die USA exportiert.
- Die von Donald Trump eingeführten Strafzölle treffen die Branche stark.
- Diese Steuern seien für die Gruyère-Produzenten «ein harter Schlag, aber kein Knockout».
Die USA sind ein wichtiger Markt für den Schweizer Gruyère AOP. Im Jahr 2024 wurden dort beeindruckende 4341 Tonnen des beliebten Käses verkauft – ein Rekord! Dies entspricht mehr als zehn Prozent der gesamten Produktion und einem Drittel aller Exporte des Gruyères.
Die Strafzölle von Donald Trump sind also ein schwerer Schlag für die Branche, wie «La Liberté» berichtet.
Muss nun die Käseproduktion gesenkt werden?
«Wir sind fassungslos über den Prozentsatz, der auf unser Land angewendet wird», sagt Philippe Bardet. Er ist Direktor der Interprofession du Gruyère (IPG). Die IPG schätzt, dass die Zölle zu einem Absatzrückgang von 1000 Tonnen in den USA führen könnten.
«Wir müssen die Situation noch genauer analysieren und verstehen, wie die Abgabe auf den Endverbraucher abgewälzt wird.» Danach werde man sehen, wie man reagiere.
In Anbetracht dieser Herausforderung könnte die IPG erwägen, die Käseproduktion zu senken. Diese Massnahme wurde bereits in den Jahren 2023 und 2024 ergriffen als Reaktion auf langsamere internationale Verkäufe.
«Wir sind froh, Entscheidungen getroffen zu haben, die den Markt stabilisieren. Heute ist der Lagerbestand gut, was uns eine gewisse Sicherheit gibt», erklärt Bardet gegenüber der Zeitung.
Obwohl eine Entscheidung über mögliche Produktionsbeschränkungen erst im Juni erwartet wird, bleibt die Situation ungewiss.
Bardet: «Diese Steuern sind ein harter Schlag»
In den USA kostet ein Kilogramm Gruyère umgerechnet über 42 Franken. «Der amerikanische Gruyère-Konsument hat das nötige Kleingeld. Zudem wird der Käse in kleinen Portionen verkauft.» Daher könne eine Preiserhöhung relativ gut verkraftet werden, meint Bardet.
Trotz der drohenden Zölle hat keiner ihrer Partner signalisiert, dass sie planen, den Verkauf von Gruyère in den USA einzustellen.
Bardets abschliessende Worte: «Diese Steuern sind ein harter Schlag, aber kein Knockout. Wir werden wieder aufstehen und weiterhin Gruyère in die USA verkaufen.»