Fed vor erneuter Zinsanhebung - langsameres Tempo erwartet

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USA,

Die Fed hat die Zinsschraube im vergangenen Jahr kräftig angezogen. Der Druck auf die US-Notenbank war wegen der hohen Verbraucherpreise hoch. Doch nun scheint sich die Lage langsam zu entspannen.

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Jerome Powell ist Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve. - Nathan Howard/AP/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Notenbank Fed steht im Kampf gegen die hohe Inflation vor der siebten deutlichen Erhöhung des Leitzinses in diesem Jahr.

Die Entscheidung zum weiteren Kurs der Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) wird heute bekanntgegeben. Erwartet wird eine Leitzinserhöhung um 0,5 Prozentpunkte auf eine Spanne von dann 4,25 bis 4,5 Prozent. Damit würde die Fed einen etwas moderateren Kurs einschlagen als in den vergangenen Monaten. Die neuen Inflationsdaten des Arbeitsministeriums dürften Fed-Chef Jerome Powell darin bestärken.

Denn im November hat sich die Teuerungsrate in den USA stärker als erwartet abgeschwächt. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise um 7,1 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einer Teuerungsrate von 7,3 Prozent gerechnet, nach 7,7 Prozent im Vormonat. Es ist der fünfte Rückgang der Inflationsrate in Folge. Die von der Fed mittelfristig gewünschte Inflationsrate liegt bei zwei Prozent – davon sind auch die neuen Zahlen noch weit entfernt. Doch sie versprechen zumindest etwas Entspannung. Die Fed ist den Zielen der Preisstabilität und Vollbeschäftigung verpflichtet.

Strenge Geldpolitik bremst Wirtschaft

Noch im Sommer lag die Inflation bei mehr als 9 Prozent. Deshalb hatte die Fed die Zinsen in den vergangenen Monaten im rasanten Tempo erhöht – zuletzt in November zum vierten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte. Gewöhnlich zieht es die Fed vor, den Leitzins in Schritten von 0,25 Prozentpunkten anzuheben. Durch die Erhöhung des Leitzinses verteuern sich Kredite, was die Nachfrage ausbremst. Das hilft dabei, die Teuerungsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum. Powell hatte zuletzt ein zurückhaltenderes Vorgehen und somit kleinere Zinsschritte in Aussicht gestellt.

Denn mit der strengen Geldpolitik der Fed wächst das Risiko, dass die Zentralbank die Wirtschaft so stark bremst, dass Arbeitsmarkt und Konjunktur abgewürgt werden. «Es besteht immer die Gefahr einer Rezession. Die Wirtschaft bleibt anfällig für Schocks», sagte die US-Finanzministerin Janet Yellen jüngst in einem TV-Interview. Aber die USA hätten ein gesundes Bankensystem und einen gesunden Unternehmens- und Haushaltssektor. Sie zeigte sich mit Blick auf das kommende Jahr optimistisch. «Ich glaube, dass die Inflation niedriger sein wird. Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Arbeitsmarkt recht gesund bleiben wird.»

Der Arbeitsmarkt in den USA brummt. Für die Fed ist das durchaus problematisch. Denn viele Arbeitgeber klagen, dass sie nicht genügend Bewerberinnen und Bewerber finden können. Das wirkt sich auf die Löhne aus, denn die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer wird von der vergleichsweise geringen Arbeitslosigkeit gestärkt. Dies stellt ein zusätzliches Inflationsrisiko dar – eine Lohn-Preis-Spirale könnte drohen.

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