Ozempic: Erkennt man Kunden der Abnehm-Spritze am Gesicht?
Das Wichtigste in Kürze
- Wer hat normal abgenommen, und wer hat zur Diät-Spritze gegriffen?
- Ein New Yorker Hausarzt spricht jetzt vom sogenannten «Ozempic Face».
- Damit bezeichnet er ein Gesicht, das schnell gealtert ist.
Bei Ozempic handelt es sich eigentlich um ein Medikament für Diabetiker. Doch mittlerweile ist die Spritze für etwas ganz anderes im Trend: zum Abnehmen. Das Arzneimittel hemmt nämlich den Appetit und sorgt dafür, dass sich der Magen nicht ganz so schnell wieder entleert.
In Hollywood ist Ozempic längst angekommen. Zahlreiche Prominente schwören auf die wöchentliche Spritze. Darunter beispielsweise Kelly (39) und ihre Mutter Sharon Osbourne (71), Robbie Williams (49) oder auch Amy Schumer (42). Bei anderen hingegen wird lediglich darüber getuschelt, ob sie das Medi ebenfalls nutzen.
Massive Gesichtsabnahmen sind Problem für Gesicht und Körper
Denn offenbar soll man die Kunden von Ozempic gut erkennen. Und zwar nicht am erschlankten Körper – sondern am Gesicht.
In der «New York Times» spricht ein Hausarzt aus dem Big Apple vom sogenannten «Ozempic Face». Darunter zu verstehen ist ein Gesicht, das schnell gealtert ist. «Ich sehe es jeden Tag in meiner Praxis», sagt er gegenüber der Zeitung. Doch ist da auch wirklich etwas dran?
Rolf Bartsch, ein plastischer Chirurg aus Wien (Ö), ordnet im Gespräch mit der «Bild» ein: «Das hat nicht zwingend mit der Abnehm-Spritze zu tun.» Massive Gewichtsabnahmen seien generell ein Problem für das Gesicht und den ganzen Körper.
Haben Sie schon viele Diäten gemacht?
Er erklärt: «Zwischen unserer Haut und den Muskeln befindet sich ein dreidimensionales Bindegewebsnetz, in dem das Fettgewebe, Nerven und Gefässe stecken.» Und durch starke Gewichtsschwankungen leiert dieses Bindegewebe dann eben aus.
Im Alter lässt zudem die Festigkeit von Kollagenfasern nach. Heisst: Das Bindegewebe bildet sich bei älteren Menschen kaum noch zurück. Dadurch beginnt die Haut zu erschlaffen. Wenn nicht nötig, rät der Mediziner deshalb von drastischen Gewichtsabnahmen im Alter ab.
Doch auch bei jüngeren Personen unterscheidet sich das Gewebe bereits von Mensch zu Mensch. Wie weit sich die Haut zurückbilden kann, hänge von Genetik und Ernährung ab.
Dagegen können auch Chirurgen nichts unternehmen. «Wir sind leider nicht in der Lage, dieses Netz zu reparieren», so Bartsch. Man könne lediglich das überschüssige Gewebe wegschneiden und die «leeren Räume» mit Substanzen füllen.
Ozempic birgt unangenehme Nebenwirkungen
Ozempic bringt aber nicht nur Änderungen am äusseren Erscheinungsbild mit sich. Das Medikament kann auch unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen. Laut Swissmedic gehören dazu: Übelkeit, Erbrechen, Bauchspeicheldrüsenentzündung und Verstopfung.
Dennoch erfreut sich die Diät-Spritze derzeit an grosser Beliebtheit. Und zwar so sehr, dass es bereits zu Engpässen kommt. Für Diabetiker, die auf den Arzneistoff angewiesen sind, ist das eher ungünstig.