Parteifreund über Trump-Zölle: politisches «Blutbad» möglich

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USA,

Trumps Zollpaket könnte seine Republikaner bei den nächsten Wahlen teuer zu stehen kommen, glaubt Parteikollege Ted Cruz. Entscheidend sei auch, wie sich andere Länder jetzt verhalten.

Cruz gehört eigentlich nicht zum Trump-kritischen Lager in der Partei. (Archivbild)
Cruz gehört eigentlich nicht zum Trump-kritischen Lager in der Partei. (Archivbild) - Rick Scuteri/FR157181/AP/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Republikaner Ted Cruz kritisiert die Zölle von Donald Trump.
  • Lösten diese eine Rezession aus, könne es zu einem «politischen Blutbad» kommen.
  • In eineinhalb Jahren könnte die Partei dann beide Kammern des Parlaments verlieren.

Nach Einschätzung des republikanischen Senators Ted Cruz könnte das von US-Präsident Donald Trump angekündigte Zollpaket ernste Folgen für die Republikaner haben.

«Sollten wir in eine Rezession geraten – insbesondere in eine schwere –, dann würde 2026 aller Wahrscheinlichkeit ein politisches Blutbad werden», sagte der Senator aus dem Bundesstaat Texas in seinem Podcast «Verdict». Er gehört eigentlich nicht zum Trump-kritischen Lager in der Partei.

Donald Trump Ted Cruz
Ted Cruz gilt eigentlich nicht als Trump-kritisch. - Keystone

Seiner Ansicht nach drohe bei einem wirtschaftlichen Abschwung ein Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus – womöglich sogar im Senat. Derzeit halten die Republikaner in beiden Parlamentskammern eine knappe Mehrheit. Im November 2026 stehen in den USA die nächsten Kongresswahlen an. Dabei werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben.

«Bin kein Fan von Zöllen»

Cruz erklärte, wegen des Zollpakets könnte diese Woche als «folgenreichste in allen vier Jahren» der zweiten Amtszeit Trumps in die Geschichte eingehen. Es bestehe «das Potenzial für positive Entwicklungen», aber auch für «enorme Risiken».

Ein mögliches positives Szenario sei, dass andere Länder infolge von Trumps Ankündigung an den Verhandlungstisch zurückkehren, man sich einigen und sie ihre Zölle auf US-Waren deutlich senken würden. «Das könnte durchaus geschehen», sagte Cruz. In einem solchen Fall würde er «in Begeisterung ausbrechen».

Doch es gebe auch eine andere Möglichkeit: Andere Staaten könnten mit eigenen, höheren Zöllen auf US-Produkte reagieren – während die von Trump verhängten Zölle bestehen blieben. Auch dies sei «ein sehr reales Risiko» und wäre «schrecklich für Amerika». Er selbst sei «kein Fan von Zöllen».

Kommentare

User #4157 (nicht angemeldet)

Jeder, der einen makroökonomischen Grundkurs belegt, weiss, dass das multilaterale Handelsdefizit, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, mit der Differenz zwischen den gesamten inländischen Ersparnissen und den gesamten inländischen Investitionen zusammenhängt. Und wenn man diese Zahlen nicht ändert, ändert man auch das multilaterale Handelsdefizit nicht. Die Ironie besteht allerdings darin, dass Trumps eigene Politik – zum Beispiel die Erhöhung der Schulden, damit er den Milliardären und Unternehmen Steuersenkungen gewähren kann – mit ziemlicher Sicherheit das multilaterale Handelsdefizit erhöhen wird. Wenn man Zölle auf Vorprodukte für amerikanische Produzenten erhebt, ist das nicht einmal guter Merkantilismus. Man verringert schlicht die Wettbewerbsfähigkeit der Produzenten.

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