Todesstrafe für Luigi Mangione? US-Justizministerin stellt Forderung
Der mutmassliche Todesschütze Luigi Mangione muss sich wegen Ermordung eines Versicherungschef verantworten. Die Bundesjustiz pocht auf die Todesstrafe.

US-Justizministerin Pam Bondi hat die Bundesanwälte angewiesen, im Mordprozess gegen Luigi Mangione die Todesstrafe zu fordern. «Der Mord war ein Akt der politischen Gewalt», begründete Bondi ihren Entscheid laut «n-tv».
Der 26-Jährige soll am 4. Dezember 2024 den United-Healthcare-Chef Brian Thompson in Manhattan erschossen haben.
Die Tat vor einem Hotel nahe dem Times Square wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet. Mangione floh zunächst mit dem Fahrrad, bevor er fünf Tage später in einem Fast-Food-Restaurant in Pennsylvania festgenommen wurde.
Geplanter, kaltblütiger Mord?
Laut Ermittlern handelte Mangione aus Wut auf das US-Gesundheitssystem. In einem beschlagnahmten Notizbuch soll er seine Feindseligkeit gegen Versicherungsmanager dokumentiert haben.
Neben DNA-Spuren und der Tatwaffe fanden Beamte Dateien auf seinem Laptop, die ihn mit dem Verbrechen verbanden.

Der Angriff auf Thompson, Familienvater zweier Kinder, löste landesweit Entsetzen aus. «Da der Mord in der Öffentlichkeit stattfand, bestand Gefahr für weitere Opfer», betonte Bondi laut «Bild».
Die Bundesklage umfasst neben Mord auch Waffendelikte – im Gegensatz zur New Yorker Anklage ermöglicht sie die Todesstrafe.
Politisches Signal an Trumps Wählerschaft
Bondis Forderung steht im Kontext von Donald Trumps «Law-and-Order»-Agenda. «Wir setzen Präsident Trumps Plan um, Gewaltverbrechen zu stoppen», erklärte die Justizministerin gemäss «t-online».
Trump hatte 2020 nach 17 Jahren Pause wieder Bundeshinrichtungen angeordnet.
Trotz landesweiter Debatten über Justizirrtümer unterstützt eine knappe Mehrheit der US-Bevölkerung die Todesstrafe. Mangione, Absolvent einer Eliteuniversität, plädierte auf nicht schuldig.
Sein Prozess könnte zum Symbol für den Kampf zwischen «Corporate America» und systemkritischen Milieus werden.