Simbabwe erlebt nach Verdoppelung des Benzinpreises Proteste
Der Benzinpreis ist in Simbabwe Staatsangelegenheit. Nachdem die Regierung diesen verdoppelt hat, kam es zu heftigen Protesten.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Protesten in Simbabwe gab es Verletzte und Festnahmen.
- Das südafrikanische Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise.
Nach der Verdoppelung des Benzinpreises ist es in mehreren Städten Simbabwes zu Protesten gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung gekommen. In der Hauptstadt Harare setzte die Polizei heute Montag auch Tränengas gegen Demonstranten ein, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur beobachtete. Unzufriedene Bürger steckten vereinzelt Autoreifen in Brand und blockierten Strassen. Im Armenviertel Epworth feuerte die Polizei dem Reporter zufolge vereinzelt mit scharfer Munition. Es habe Verletzte und Festnahmen gegeben. Ein Polizeisprecher wollte dies zunächst nicht bestätigen.
Das Land im südlichen Afrika befindet sich derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit 2008. Die Regierung hatte am Wochenende den Preis für einen Liter Benzin ab sofort von rund 1,30 US-Dollar auf 3,33 US-Dollar (etwa 2,90 Euro) erhöht. Benzin ist in Simbabwe Mangelware, weil es dem Land an Devisen fehlt. Vor Tankstellen hatten sich zuletzt teils kilometerlange Autoschlangen gebildet.
Simbabwe schaffte nach einer Phase der Hyperinflation vor zehn Jahren seine Währung ab und nutzt seither vor allem den US-Dollar. Weil es jedoch nicht genügend Dollar im Umlauf gibt, hat die Regierung zuletzt Schuldscheine ausgegeben, sogenannte bond notes. Diese sind formal dem US-Dollar gleichgestellt, auf dem Schwarzmarkt sind sie jedoch nur etwa ein Drittel wert. Kunden konnten die Parallelwährung auch nutzen, um günstig Benzin zu kaufen. Damit verlor die Regierung - die Benzin teuer importieren muss – mit jedem Liter Geld.