Trump verhängt Zölle gegen Inseln, wo nur Pinguine leben
Donald Trumps Zollpolitik macht stutzig: Der US-Präsident verhängt hohe Gebühren auch für völlig unbewohnte Inseln.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump hat am Mittwoch seine Ankündigung, Strafzölle zu verhängen, wahr gemacht.
- Auch Inseln mit nur einer sehr kleinen – oder gar keiner – Bevölkerung sind betroffen.
Wenn Trump sagt, dass seine Zölle alle betreffen werden, dann meint er alle. Wirklich. Auch die Pinguine.
So sieht es zumindest aus, nachdem der US-Präsident einen zehnprozentigen Zoll auch für unbewohnte Vulkaninseln nahe der Arktis ausgesprochen hat.
Denn auf Heard Island und den McDonald-Inseln leben nur die schwimmenden Frackträger: Der letzte Mensch setzte vor mutmasslich zehn Jahren einen Fuss dorthin, wie der «Guardian» berichtet.
Die Inseln gehören zu Aussengebieten Australiens und sind nur mit einer zweiwöchigen Bootsfahrt von Perth aus erreichbar. Es gibt dort zwar Fischerei – aber keine Gebäude oder andere menschliche Niederlassungen.
Die Robben und Vögel der unbewohnten Inseln haben nun also an hohen Handelszöllen zu knabbern.
29 Prozent für Lederschuh-Exporteur
Australiens Premierminister Anthony Albanese kommentierte Trumps Vorgehen am Donnerstag mit den Worten: «Kein Ort auf der Erde ist sicher.»
Trumps Zoll-Liste schliesst auch die Kokosinseln, die Weihnachtsinsel und die Norfolkinsel ein. Das Weisse Haus hat sich gegenüber der Zeitung nicht dazu geäussert.

Die Norfolkinsel hat immerhin 2188 Einwohner und wurde nun mit Zöllen von 29 Prozent belegt. Das sind 19 Prozentpunkte mehr im Vergleich zu den Zöllen, die für den Rest von Australien gelten.
Die USA importierten von dort im Jahr 2023 Waren im Wert von etwa 655'000 US-Dollar (569'000 Franken). Den Hauptanteil davon machen mit 413'000 Dollar Lederschuhe aus.
Ebenfalls auf Trumps Liste steht die norwegische Vulkaninsel Jan Mayen: Ausser Robben und Vögeln gibt es dort keine ständige Wohnbevölkerung. Nur Angehörige des Militärs und meteorologisches Personal halten sich dort jeweils temporär auf. Dennoch wurden gegen die Insel Zölle in Höhe von zehn Prozent verhängt.