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Experten warnen vor Stärkung des Antisemitismus durch Corona-Protest

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Deutschland,

Experten sind beunruhigt über eine Verstärkung antisemitischer Tendenzen im Zuge der Proteste gegen die Corona-Massnahmen.

Protest gegen Corona-Massnahmen in Berlin
Protest gegen Corona-Massnahmen in Berlin - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • «In vielen Kreisen wieder gesellschaftsfähig geworden».

Experten sind beunruhigt über eine Verstärkung antisemitischer Tendenzen im Zuge der Proteste gegen die Corona-Massnahmen. In dieser Bewegung habe sich der Antisemitismus «in einer neuen Weise verdichtet», sagte die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, am Dienstag in Berlin. Es sei «demnächst» damit zu rechnen, dass wieder «der offene, gerade, direkte Antisemitismus» ausbreche, warnte sie.

Die Proteste gegen die staatliche Pandemie-Bekämpfung hätten «verschiedenste Milieus» zusammengeführt, unter anderem aus der bürgerlichen Mitte, analysierte Kahane. Dies sei eine neue Entwicklung. «Das antisemitische Motiv macht sehr anschlussfähig», fügte die Extremismusexpertin hinzu. «Die Radikalisierung der Proteste ist bemerkenswert.»

Kahane kritisierte die Verwendung von Davidsternen durch Teilnehmer der Proteste sowie die teils geäusserten Selbstvergleiche mit Anne Frank oder Sophie Scholl. Es handele sich hier um «eine zynische Verdrehung der Umstände».

Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, verurteilte auf der gemeinsamen Pressekonferenz die Selbstdarstellung von Corona-Demonstranten als Opfer ähnlich den Juden zu Zeiten des NS-Regimes. Hier würden der Nationalsozialismus verharmlost, dessen tatsächliche Opfer verhöhnt und die Erinnerungskultur erodiert, warnte er.

In Deutschland sei der Judenhass «im Zuge der Corona-Pandemie weiter angestiegen», sagte Klein. Entsprechende Äusserungen seien «in vielen Kreisen wieder gesellschaftsfähig geworden» und verbänden politische Milieus, die bisher «wenig oder gar keine Berührungspunkte» gehabt hätten. «Das ist wirklich neu.»

«Wir, die demokratische Mehrheit, müssen heute lauter werden», forderte Klein. Jeder Einzelne müsse sich gegen Radikalisierung einsetzen, egal ob im Internet, in der Nachbarschaft oder auf dem Schulhof.

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