Flüchtlinge in Lampedusa: Streit zwischen Italien und Malta
Italien wirft Malta vor, Boote mit Migranten aus Nordafrika nach Italien durchfahren zu lassen. Zuvor waren 184 Migranten auf der Insel Lampedusa angekommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Italien wirft Malta vor, Flüchtlingsboote bewusst durchlaufen zu lassen.
- Zuvor waren 184 Migranten durch maltesisches Gewässer nach Lampedusa gelangt.
Erneut Krach zwischen Italien und Malta: Italien wirft dem Nachbarn vor, Boote mit Migranten aus Nordafrika nach Italien durchfahren zu lassen. Zuvor waren 184 Migranten auf der italienischen Insel Lampedusa angekommen, die mit kleinen Booten maltesisches Gewässer durchquert hatten.
«Malta hat das Problem mal wieder auf Italien abgewälzt», verlautete aus dem italienischen Innenministerium. Man arbeite an «innovativen und effektiven Lösungen». Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, die Tunesier unter den Angekommenen könnten in einem aussergewöhnlichen Schnellverfahren zurückgebracht werden.
Innenminister Matteo Salvini zeigte während einer Konferenz der Europäischen Union zur Migration in Wien mit dem Finger auf Malta. «Es gibt ein Mitgliedsland, das sich nicht um seine Verpflichtungen schert», sagte er Ansa zufolge. «Immer wieder gibt es viele Schiffe in maltesischen Gewässern, auch welche in Not, die unter Bruch der Solidarität ignoriert oder nach Italien begleitet werden.»
Sie könne die Boote nicht aufhalten, hatte die maltesische Regierung bereits am Donnerstag nach Beschwerden Salvinis gesagt. Das seien keine Fälle für den Such- und Rettungsdienst. «Die maltesischen Behörden werden, wie in jedem Fall, alle geltenden Konventionen anwenden. Diese erlauben es den Behörden nicht, Boote auf dem offenen Meer gewaltsam abzufangen.»