Kindergarten in Frankreich weicht Drogendealern

Keystone-SDA
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Frankreich,

In einem Pariser Vorort wird ein Kindergarten wegen Drogendealern verlegt.

Kindergarten
Der Kindergarten liegt an einer von Dealern kontrollierten Gasse mit regelmässigen Polizei-Verfolgungen. (Symbolbild) - dpa

In einem der berüchtigten Pariser Vorstadtviertel weicht ein Vorschulkindergarten einem Verkaufspunkt von Drogendealern, zumindest vorläufig. Bei einer Elternbefragung habe sich eine knappe Mehrheit für die sofortige Verlegung der vier Klassen aus Sicherheitsgründen ausgesprochen. Dies teilte der Bürgermeister von Saint-Ouen, Karim Bouamrane, mit.

Die Frage war, ob der Kindergarten sofort oder erst im September in Gebäude einige Hundert Meter weiter umzieht, weil die Eltern ihre Kinder durch den Drogenhandel in unmittelbarer Nähe in Gefahr sehen. Das Schicksal des Kindergartens ist in Frankreich seit Tagen nationales Aufregerthema.

Drohende Gefahr: Dealer überwachen die Strassen

Die mitten in einer Hochhaussiedlung gelegene Einrichtung liegt an einer Gasse, die an beiden Ende von Drogendealern überwacht wird und wo es regelmässig zu Verfolgungsjagden zwischen Dealern und der Polizei kommt.

Auf ihrer Flucht warfen Dealer immer wieder Drogen in den Hof des Kindergartens. Zwar liess die Stadt Sicherheitsnetze installieren, im Januar aber wurden Lachgaskanister aus den Fenstern der Siedlung in den Hof geworfen.

Mehr Polizeipräsenz: Keine Kapitulation

Die Probleme in Saint-Ouen, wo die Stadt dem Drogenhandel in den Hochhausvierteln schon vor Jahren den Kampf angesagt hat, sind symptomatisch für ganz Frankreich. Bewohner solcher Viertel, in denen Dealer häufig das Sagen haben und die Polizei sich nur schwer durchsetzen kann, fühlen sich vom Staat in Stich gelassen und den negativen Folgen des Drogenhandels ausgeliefert.

Als Kapitulation wollen Stadt und Regierung den Umzug des Kindergartens nicht verstanden wissen. Er werde die Polizeipräsenz weiter verstärken, sagte der Bürgermeister.

«Unser Ziel ist es, dass sich der Vorschulkindergarten wieder vor Ort ansiedeln kann», sagte Bildungsministerin Élisabeth Borne. Am Dienstag erst stimmte das Parlament in erster Lesung einem Gesetz zu, das ein härteres Durchgreifen gegen den Drogenhandel in Frankreich ermöglichen soll.

Kommentare

User #3709 (nicht angemeldet)

Man wirft den Eltern Kapitulation vor den Dealern vor! Aber eigentlich eine Frechheit, es ist nicht die Rolle ihrer Kleinkinder die Stellung und den Kopf hinzuhalten um staatliche Präsenz zu markieren! Das wäre eigentlich die Rolle der Polizei und der Justiz, die ziehen aber den Schwanz ein!

User #1651 (nicht angemeldet)

Wenn das keine Kapitulation ist , was dann ???

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