Korsika: Demonstrationen führen zu über 30 Verletzten
Auf Korsika kam es bei schlimmen Ausschreitungen zu mehr als 30 Verletzten. Grund dafür, war der Angriff auf einen korsischen Separatisten.

Das Wichtigste in Kürze
- Auf Korsika kam es zu schweren Ausschreitungen, wobei mehrere Personen verletzt wurden.
- Auslöser für die gewaltsamen Proteste ist der Angriff auf einen Korsika-Separatisten.
23 Polizisten, mindestens drei Demonstranten sowie ein Fotojournalist urden bei Demonstrationen in Bastia im Norden der Insel verletzt. S lautet eine Mitteilung der Präfektur der Region Haute-Corse am Abend. Gewalttätige Demonstranten hätten Polizisten am Präfekturgebäude der Stadt unter anderem mit 95 Molotow-Cocktails angegriffen, hiess es.
In der Inselhauptstadt Ajaccio im Süden der Insel griffen Demonstranten nach Angaben der dortigen Präfektur ebenfalls die Polizei an. Vor dem Verwaltungsgebäude beschossen sie die Beamten mit Brandbomben oder Steinen.
Die Polizei habe Tränengas und Schockgranaten eingesetzt. Die Behörden meldeten mindestens vier Verletzte, darunter einen Journalisten. Der Zeitung «Corse Matin» zufolge wurde auch der Justizpalast von einem Molotow-Cocktail getroffen, die Feuerwehr löschte einen Brand. Auch in der Stadt Calvi griffen Demonstranten nach Behördenangaben ein Verwaltungsgebäude mit Brandbomben und Steinen an.
Angriff auf Separatist Auslöser
Auf der beliebten Ferieninsel kommt es seit rund einer Woche zu Demonstrationen und Ausschreitungen. Dies, nachdem der korsische Separatist Yvan Colonna im Gefängnis im südfranzösischen Arles von einem Mitgefangenen angegriffen und lebensgefährlich verletzt wurde. Colonna, wurde wegen Mordes am Präfekten von Korsika 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt und befindet sich nun im Koma. Demonstranten werfen den französischen Behörden vor, Colonna entgegen dessen Bitte nicht in ein Gefängnis auf Korsika verlegt zu haben.

Korsische Separatisten kämpften jahrzehntelang mit Gewalt für die Unabhängigkeit von Frankreich. 2014 legte die Untergrundorganisation FLNC die Waffen nieder, etwa zeitgleich gewannen gemässigte Nationalisten politisch an Bedeutung.