Missbrauchsverdacht gegen katholischen Bischof in der Slowakei

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Slowakische Republik,

Ein katholischer Bischof in der Slowakei wird des sexuellen Missbrauchs verdächtigt. Jetzt werden Ermittlungen eingeleitet.

Eine Abbildung des heiligen Gallus aus der privaten Kapelle des Bischofs von St. Gallen im Stiftsbezirk.
Eine Abbildung des heiligen Gallus aus der privaten Kapelle des Bischofs von St. Gallen im Stiftsbezirk. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein hoher katholischer Geistlicher soll in der Slowakei Kinder sexuell belästigt haben.
  • Mehrere Fälle wurden bereits verschwiegen.

Einem der höchsten katholischen Geistlichen der Slowakei wird vorgeworfen, in der Vergangenheit Minderjährige sexuell missbraucht haben. Die staatliche Kinderrechtskommissarin Viera Tomanova und die Bürgerrechtsbeauftragte Maria Patakyova forderten am Freitag ebenso wie mehrere Politiker des Landes eine restlose Aufklärung von Vorwürfen gegen den griechisch-katholischen Bischof von Kosice (Kaschau), Milan Chautur.

Die katholische Bischofskonferenz veröffentlichte auf ihrer Internetseite ebenfalls am Freitag eine Gegenerklärung, in der führende griechisch-katholische Priester alle Anschuldigungen als böswilligen Angriff auf die Kirche zurückwiesen.

Mehrere totgeschwiegene Fälle

Die griechisch-katholische Kirche ist direkt dem Papst in Rom unterstellt, praktiziert aber einen Ritus, der sich vom römisch-katholischen unterscheidet. Der 61-jährige Chautur ist ihr höchster Vertreter und gehört ebenso wie seine römisch-katholischen Kollegen der Bischofskonferenz als oberstem Entscheidungsgremium der slowakischen Katholiken an.

Am Dienstag hatte der Theologe Miroslav Kocur der liberalen Tageszeitung «Dennik N» erklärt, er wisse von mehreren verschwiegenen Fällen sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Unter den Tätern sei auch ein prominenter Bischof, der durch eine bisher unveröffentlichte TV-Dokumentation des staatlichen Rundfunks RTVS belastet werde. Ohne Chauturs Namen zu nennen, deutete Kocur in dem Interview an, die Dokumentation sei möglicherweise aufgrund von politischem Druck nicht gesendet worden.

Als daraufhin auch andere Medien nachrecherchierten und enthüllten, dass es gegen Chautur offenbar bereits Ermittlungen gegeben habe, legte dieser selbst offen, dass er der Beschuldigte sei. Zugleich bezeichnete er die Vorwürfe als unhaltbar. Sie seien Teil einer Diskreditierungskampagne der Lesben- und Schwulenlobby und anderer Gegner der traditionellen Familie, um die Autorität der Kirche zu untergraben, kritisierte Chautur auf Facebook.

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