Niedersachsens Ministerpräsident kündigt Rückzug an
Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, hat seinen Rückzug angekündigt.

Der langjähriger Ministerpräsident des norddeutschen Bundeslandes Niedersachsen, Stephan Weil, zieht sich zurück. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird er sich zum Mai sowohl als SPD-Landesvorsitzender als auch als Regierungschef zurückziehen. Nachfolger soll Wirtschaftsminister Olaf Lies werden.
Der Rückzug des 66-Jährigen ist für die SPD in Niedersachsen eine Zäsur: Weil ist bereits seit Anfang 2012 SPD-Landeschef und seit Anfang 2013 Ministerpräsident. Er ist damit der drittdienstälteste Länder-Regierungschef in Deutschland hinter Reiner Haseloff (CDU/Sachsen-Anhalt) und Winfried Kretschmann (Grüne/Baden-Württemberg). Zuvor war er von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover.
Führungswechsel zur Zeit des Umbruchs
Der Führungswechsel in Hannover fällt für die deutschen Sozialdemokraten in eine Zeit des Umbruchs nach der historischen Niederlage bei der Bundestagswahl 2025. Parteichef Lars Klingbeil hatte noch am Wahlabend einen Generationenwechsel angekündigt. Erstes Beispiel: die neue Bundestagsvizepräsidentin Josephine Ortleb, 38 Jahre alt.
Nun könnte es auch in Niedersachsen eine Verjüngung geben. Der Landesverband ist nach Nordrhein-Westfalen traditionell einer der mächtigsten in der SPD und prägt die Richtung der Partei massgeblich mit. Mit Parteichef Klingbeil, Arbeitsminister Hubertus Heil, dem beliebten Verteidigungsminister Boris Pistorius und Generalsekretär Matthias Miersch sind gleich vier Spitzen-Sozialdemokraten hier gross geworden.
Auch bei Wahlen ist Niedersachsen für die SPD eine Bank: Sie schneidet dort regelmässig besser ab als deutschlandweit. Bei der Landtagswahl 2022 fuhr sie mehr als 33 Prozent ein – Werte, von denen die SPD auf nationaler Ebene nur noch träumen kann.