Unwetter: Deutsche wissen erst 30 Minuten vor Gewitter, wen es trifft
Am Wochenende sind auch über Deutschland wieder Gewitter zu erwarten. Wo genau diese wüten werden, können die Meteorologen aber im Vornerein nicht sagen.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Wochenende sind über der Schweiz und Deutschland wieder neue Gewitter zu erwarten.
- Bei unseren Nachbarn könnte es auch erneut die jüngsten Flut-Gebiete treffen.
- Der Wetterdienst weiss jedoch erst 30 Minuten vor dem Gewitter, wen es trifft.
Am Wochenende kommt es in der Schweiz zu weiteren Gewittern – und auch in Deutschland ist wieder Starkregen angekündigt. Laut einem Experten vom Deutschen Wetterdienst unterscheidet sich die Lage aber deutlich von der Situation vor der Flut-Katastrophe.
Andreas Friedrich spricht gegenüber dem «Spiegel» von «typischen Sommergewittern». Es könne zu Hagel, Sturmböen und Starkregen kommen mit mehr als 40 Litern Regen pro Quadratmeter in einer oder zwei Stunden. «Die Unwetter treten aber so stark örtlich begrenzt auf, dass es an einem Ort schütten und gewittern wird und im nächsten womöglich schon wieder die Sonne scheint», erklärt der Meteorologe.
In der Nacht zum Sonntag könnten auch die jüngsten Flut-Gebiete Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen von Gewittern überrascht werden – ganz sicher ist dies aber bisher nicht. Erst am Samstagvormittag dürfte es laut Friedrich konkretere Daten dazu geben. Dann könne der Wetterdienst die vom Unwetter betroffenen Regionen und die Dauer der Ereignisse genauer eingrenzen und werde dann auch eine Vorabinformation herausgeben.
Der Experte vom Deutschen Wetterdienst hält fest: «Welche genauen Orte in welchem Umfang betroffen sein werden, wissen wir, anders als beim Tief ‹Bernd›, aber erst 30 bis 90 Minuten vorher. Dafür müssen wir Unwetterzellen kurzfristig auf dem Radar beobachten.»
Friedrich stellt in dem Interview mit der Zeitung klar, dass es keinen Grund zur Panik gebe, meint aber auch: «Man sollte Unwetter aber auch nicht verharmlosen. Wir werden die Lage die kommenden Tage weiter genau beobachten und gegebenenfalls warnen.»