Vor KZ-Gedenkstätte: Deutsche Schüler singen «Ausländer raus»
Erneut kam es in Deutschland zu einem rassistischen Vorfall: Schüler eines Gymnasiums sangen ausländerfeindliche Parolen beim Besuch einer Gedenkstätte.

Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland kam es erneut zu einem rassistischen Vorfall.
- Schüler eines Gymnasiums sangen «Deutschland den Deutschen, Ausländer raus».
- Es wurden Disziplinarmassnahmen gegen die beteiligten Jugendlichen verhängt.
Im Mai 2024 hatte ein Video einer Party auf Sylt (D) im Lokal «Pony» grosse Empörung ausgelöst: Gäste sangen zu einem bekannten Lied rassistische Parolen.
Seither gab es mehrere Berichte über ähnlichen Ereignissen in ganz Deutschland. Auch in anderen Ländern kam es bereits zu ähnlichen Schlagzeilen.
Rassismus in Deutschland
Und nun schon wieder: In einem schockierenden Vorfall haben Schülerinnen und Schüler eines Bielefelder Gymnasiums während eines Besuchs der Gedenkstätte Bergen-Belsen ausländerfeindliche Parolen gerufen.
Die Jugendlichen der 9. Klasse sangen «Deutschland den Deutschen, Ausländer raus», eine von Rechtsextremen umgedichtete Version des Liedes «L'amour toujours» von Gigi D'Agostino.
Die Lehrer, die die Schülerinnen und Schüler begleitet hatten, waren angeblich an der Ticketkasse abgelenkt. Sie bemerkten das unangemessene Verhalten ihrer Schützlinge nicht.
Das Aufsichtspersonal der Gedenkstätte griff jedoch ein und wies die Gymnasiasten zurecht.
Gigi D'Agostino: «Ich habe keine Macht»
Nach dem Vorfall wurden Disziplinarmassnahmen gegen die beteiligten Schülerinnen und Schüler verhängt und eine Strafanzeige erstattet. Dies berichtet die Zeitung «Neue Westfälische».
Aufgrund der wiederholten Vereinnahmung des Songs durch Neonazis wurde er auf einigen deutschen Grossveranstaltungen sogar gänzlich verboten.
Der italienische DJ Gigi D'Agostino äusserte sich in einem Interview wütend über die Umdichtung seines Liebesliedes: «Ich fühle mich ohnmächtig. Aber ich habe keine Macht, etwas dagegen zu tun.»