Weidel bei Lanz: AfD-Chefin lobt Trump und kritisiert Merz
AfD-Chefin Weidel sorgte bei Markus Lanz für Aufsehen. Sie lobte Donald Trump, kritisierte Friedrich Merz und zweifelte an Selenskyjs Friedenswillen.

Am Donnerstag war Alice Weidel zu Gast in der ZDF-Talkshow «Markus Lanz». Die AfD-Chefin äusserte sich unter anderem zum Ukraine-Krieg und zur deutschen Innenpolitik.
Die «Augsburger Allgemeine» berichtet, dass Weidel zudem ihre Sichtweise auf die Neuausrichtung der US-Politik unter Donald Trump kommentierte. So bezeichnete sie den republikanischen Senator J.D. Vance als «unglaublich weisen Mann».
Donald Trumps Umgang mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verteidigte Weidel. Sein Handeln interpretierte sie als Öffnung der Türen für Friedensverhandlungen, die ihre Partei seit Jahren fordere.
Kritik an Selenskyj und deutscher Politik
Gastgeber Lanz zeigte sich laut «Der Westen» fassungslos über Weidels Äusserungen. Er bezeichnete den Ukraine-Krieg als «zutiefst moralische Angelegenheit» und als «Schlacht zwischen Gut und Böse».
Laut der «Berliner Zeitung» unterstellte Weidel Selenskyj, keinen Frieden zu wollen und kritisierte, dass Europa in der Ukraine-Frage keine Rolle mehr spiele. Lanz habe dieser Darstellung vehement widersprochen und Weidel vorgeworfen, das Narrativ von Putins Pressesprecher zu übernehmen.
Zur deutschen Innenpolitik äusserte sich Weidel ebenfalls kritisch. Die «Berliner Zeitung» zitiert sie mit den Worten, sie wolle als Bundeskanzlerin deutsche Interessen vertreten: «Germany First». Die EU wolle sie auf einen freien Binnenmarkt reduzieren.
Überforderte Weidel Lanz?
Alice Weidel übte zudem scharfe Kritik am CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz. Sie warf ihm mit Blick auf das Thema Schuldenbremse vor, die eigenen Wähler zu betrügen und «linke» Politik zu betreiben.
«T-Online» zufolge zog Weidel in der Sendung in diesem Kontext ihr Koalitionsangebot an CDU-Chef Friedrich Merz zurück. Dies kommentierte Talkgast Johannes Winkel, Vorsitzender der Jungen Union, sarkastisch als «gute Nachricht».

Die Talkrunde reagierte kontrovers auf Weidels Aussagen. Die «Berliner Morgenpost» berichtet, dass Lanz wiederholt um Fassung rang und versuchte, Weidels Aussagen zu entkräften. Der Moderator scheiterte jedoch laut der Zeitung mit seiner Gesprächsführung.