Zweijährige Gefängnisstrafe für Ex-Premier Fillon gefordert

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Frankreich,

Der französische Ex-Premier François Fillon musste sich vor Gericht wegen Scheinbeschäftigung verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Gefängnis.

François Fillon
Angeklagt: Fillon und seine Frau Penelope. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Affäre um Scheinbeschäftigung beendete die politische Karriere von François Fillon.
  • Die Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Gefängnis und drei Jahre Haft auf Bewährung.

Im Prozess gegen den früheren französischen Premierminister François Fillon hat die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren gefordert.

Der 66-jährige Fillon und seine Frau Penelope müssen sich in Paris vor Gericht verantworten. Ihnen wird Scheinbeschäftigung und die Unterschlagung öffentlicher Gelder vorgeworfen.

Geldstrafe und drei Jahre Haft auf Bewährung

Fillon soll ausserdem eine Geldstrafe von 375'000 Euro zahlen. Für Fillons Ehefrau forderte die Staatsanwaltschaft drei Jahre Haft auf Bewährung. Einem früheren Mitarbeiter droht eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren sowie eine Geldstrafe von 20'000 Euro.

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François Fillon und seine Frau kommen beim Gericht in Paris an. - keystone

Der Prozess gegen Fillon hatte Ende Februar unter grossem Medienecho begonnen. Die Anwälte des Paares wollen einen Freispruch erreichen.

Mitten im Präsidentschaftswahlkampf 2017 aufgeflogen

Die Fillon-Affäre war mitten im Präsidentschaftswahlkampf 2017 aufgeflogen. Der als Favorit gehandelte Konservative musste sich aus dem Rennen zurückziehen, die Wahl gewann sein Rivale Emmanuel Macron. Fillon warf seinen Kritikern «Verleumdung» vor. Er war unter Präsident Nicolas Sarkozy von 2007 bis 2012 Premierminister.

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François Fillon und seine Frau Penelope. - keystone

Die Pariser Nationalversammlung verlangt mehr als eine Million Euro von Fillon zurück. Seine Frau und seine Kinder sollen im Zeitraum 1998 bis 2013 als parlamentarische Mitarbeiter bezahlt worden sein. Ohne dass sie dafür nachweislich arbeiteten.

Als Konsequenz aus der Affäre liess Macron als eine seiner ersten Amtshandlungen einen gesetzlichen Verhaltenskodex für Politiker verabschieden. Dieser verbietet es Abgeordneten und Senatoren, Familienangehörige als Assistenten zu beschäftigen.

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