Fischer bringen Schildkröten zurück ins Meer
Als Beifang landen Schildkröten immer wieder in Fischernetzen, in denen sie qualvoll verenden. Dank Initiativen auch aus der Schweiz ändert sich das langsam.

Das Wichtigste in Kürze
- Als Beifang landen Meeresschildkröten immer wieder in den Netzen von Fischern.
- Initiativen wie die Schweizer NetAP sensibilisieren Fischer, die Tiere besser zu schützen.
- Die Aufklärungsarbeit trägt bei einem Projekt in Indien bereits Früchte.
Ein riesiges, am Strand ausgebreitetes Fischernetz mit Tausenden wild zappelnden Fischen, die um ihr Leben kämpfen: Ein Video, das die Zürcherin Esther Geisser auf Facebook teilt, wirkt wie ein Stich ins Herz.
Im Netz verfangen haben sich auch einige Meeresschildkröten. Als Beifang haben sie sich darin verheddert.

«Früher sind auch die Meeresschildkröten (...) qualvoll in diesen Netzen gestorben», schreibt Geisser in ihrem Beitrag. Doch das ändere sich gerade Stück für Stück. Initiativen wie jene des Schweizer Netzwerks NetAP und seiner Partner tragen dazu bei, Fischer zu sensibilisieren.
Zahl der Olive-Ridley-Meeresschildkröte nimmt wieder zu
Geisser ist Gründerin und Präsidentin der NetAP, wohinter sich das Network for Animal Protection verbirgt, also ein Tierschutz-Netzwerk. Erreicht worden sei, «dass die Fischer die Netze täglich prüfen und die Meeresschildkröten freilassen».
Gemeinsam mit der VSPCA, einer lokalen Organisation zum Schutz der Tiere, hat das Netzwerk ein Schildkrötenschutzprogramm ins Leben gerufen.
An der Küste der indischen Millionenstadt Visakhapatnam arbeiten die Initiativen mit den lokalen Fischern zusammen. Vor allem die vom Aussterben bedrohte Olive-Ridley-Meeresschildkröte soll geschützt werden.

Deren Zahl nehme nun wieder zu, freut sich Geisser. Und: «Auch Grüne Meeresschildkröten und Karettschildkröten konnten befreit werden.»
Aufklärungsarbeit bei Fischern trägt Früchte
Damit es so weit kommen konnte, bedurfte es «beharrlicher Aufklärungsarbeit, Schulung und Sensibilisierung», so Esther Geisser. All das habe Früchte getragen. Inzwischen «befreien die Fischer die Tiere und manche bringen sie persönlich ins Meer zurück, damit sie sich schneller sicher fühlen».
Durch die Fischerei bedroht sind nicht nur Schildkröten. Auch Delfine, Rochen und andere Tiere gehen als Beifang immer wieder in die Netze.
Initiativen wie etwa auch die Schweizer Meeresschutzorganisation Oceancare prangern die Praktiken etwa der Schleppnetz-Fischerei an. Sie bemühen sich um Sensibilisierung und wollen die weitere Überfischung der Weltmeere verhindern.