Analyse zeigt: Hier ist das Leben für Familien am attraktivsten

Keystone-SDA
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Zürich,

Jährlich sucht ein Zehntel der Schweizer Bevölkerung eine neue Bleibe. Laut einer UBS-Erhebung sind Mittelzentren für Familien oft attraktiver als teure Städte.

Immobilien
Eine UBS-Erhebung zeigt, dass Familien Mittelzentren häufig attraktiver finden als teure Städte. (Archivbild) - Immobilien Bewertung

Das Wichtigste in Kürze

  • Jährlich sucht ein Zehntel der Schweizer Bevölkerung eine neue Bleibe.
  • Familien mit 145'000 Franken Jahreseinkommen sind in Mittelzentren am besten aufgehoben.
  • Wohnorte ausserhalb der Agglomerationen sind für Familien mit geringem Einkommen passend.

Ein Zehntel der Schweizer Bevölkerung sucht jährlich eine neue Bleibe. Wer noch nach dem richtigen Ort sucht: Gemäss einer Erhebung der Grossbank UBS sind für Familien Mittelzentren meist attraktiver als hochpreisige Städte.

Lage, Lage, Lage: Das zählt immer bei Immobilien. Wie gut diese ist, versucht die UBS mit ihrem neuen Wohnattraktivitätsindikator (WAI) zu ermitteln. Sie stützt sich dabei auf die drei Faktoren «lokale Infrastruktur», Freizeitangebot und Wohnkosten ab.

Familien sind am besten in Mittelzentren aufgehoben

Der Indikator soll aufzeigen, wie attraktiv eine Gemeinde als Wohnort für Familien mit zwei Kindern ist. Das erklärte die UBS in ihrer am Dienstag präsentierten Studie. Der Befund: Familien mit durchschnittlichen Finanzen, also mit einem Jahreseinkommen von 145'000 Franken brutto, sind am besten in sogenannten Mittelzentren aufgehoben.

Dazu gehörten Locarno und Vevey ebenso wie die Kantonshauptorte Aarau, Chur, Freiburg, Luzern, Neuenburg, Sitten, Solothurn und St. Gallen, so die Grossbank. Komplettiert werde die Liste der Top-Gemeinden durch Basel, Interlaken und Murten.

Die grossen Zentren und prestigeträchtigen Tiefsteuergemeinden stehen also nicht an der Spitze der von der UBS ermittelten Ranglisten. Der Grund dafür: die hohen Wohnkosten.

Top-Wohngemeinden oft teuer

«Die im WAI topplatzierten Wohngemeinden sind häufig ein teures Pflaster», stellen die Autoren der Grossbank fest. Die Qualität der Infrastruktur und Lebensqualität könnten die hohen Lebenskosten aber nicht immer aufwiegen.

So verweisen in der Region Zürich etwa die Gemeinden Aarau und Schaffhausen die Zürichseegemeinden auf die Plätze. In der Westschweiz seien Vevey und Morges attraktiver als Lausanne und im Tessin rangierten Tenero-Contra und Muralto vor Lugano.

Immerhin: Die beiden Grosszentren Bern und Lausanne schaffen es in die Top-Drei ihrer jeweiligen Region.

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Zentren und Tiefsteuergemeinden für wohlhabende Familien attraktiv

Auch für Familien mit überdurchschnittlichen Einkommen und Vermögen gehören Zentren laut der UBS zu den attraktiven Wohngemeinden. Für diese Familien seien aber auch Tiefsteuergemeinden interessant. Die hohen Wohnkosten spielen bei einem Jahreseinkommen von 300'000 Franken brutto da kaum eine Rolle.

Für Familien mit unterdurchschnittlichen Einkommen und Vermögen kämen hingegen hochpreisige Zentrumsgemeinden «generell kaum infrage». Die teuersten Standorte am Zürich-, Genfer- und Zugersee seien für diese Haushalte nicht erschwinglich. Stattdessen gewännen günstigere Wohnorte ausserhalb der zentrumsnahen Agglomerationen für sie an Attraktivität.

Wohnattraktivitätsindikator misst Fakten, nicht Schönheitsranking

Beim Wohnattraktivitätsindikator handelt es sich nicht um ein Schönheitsranking, hält die UBS fest. Er stelle auf «harte Fakten» ab und messe die Wohnattraktivität einer Region anhand von 35 Variablen. Einige Aspekte liessen sich aber trotz umfangreicher Berechnungen nicht empirisch erfassen, räumen die Studienautoren ein.

Der Charakter eines Ortes oder ein besonders schöner Dorfkern seien etwa nicht direkt messbar. Die Nähe zum sozialen Netzwerk, wie Familie und Freunden, ist für viele Haushalte bei der Wohnortwahl zentral.

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Kommentare

User #4850 (nicht angemeldet)

Was für eine Studie , super....das die superreichen sich überall niederlassen können ist nichts neues, die Armen müssen raus in die Pampas, wo evtl 3 mal ein Dorfbus fährt der sie evtl zur Arbeit bringen kann oder zum einkaufen, da ein Auto oft auch nicht mehr drin liegt

User #3516 (nicht angemeldet)

Wow. Super. Gratuliere. Auf die Idee, dass es in günstigeren Städten besser für Familien ist, ist bestimmt noch nie jemand gekommen.

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