Corona: Zürichsee-Arzt verschreibt Entwurmungsmittel - verurteilt

Simon Binz
Simon Binz

Zürich,

Ein Arzt verschrieb während der Corona-Pandemie Tausende Tabletten eines Entwurmungsmittels – nun wurde er in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Ivermectin Coronavirus
Ein Arzt in der Region Zürichsee hatte während der Pandemie zahlreiche Ivermectin-Tabletten aus Indien importieren lassen (Archiv). - sda - KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Arzt verschrieb Patienten während der Pandemie offenbar mit Entwurmungsmitteln.
  • Bei einer Verhandlung vor zwei Wochen konnte er auf Strychler-Unterstützung zählen.
  • Das nutzte schliesslich aber nichts: Er wurde nun vom Bezirksgericht verurteilt.

Anfang Februar stand ein Arzt aus Wilen bei Wollerau ZH vor dem Bezirksgericht Höfe in Freienbach. Der Mann hatte während der Coronapandemie Tausende Tabletten eines Entwurmungsmittels aus Indien importiert und an Patienten weitergegeben.

Die Anklage warf ihm zudem den Besitz weiterer verbotener Medikamente sowie Widerstand gegen die Polizei bei einer Hausdurchsuchung vor.

Hast du während der Pandemie auch spezielle Medikamente genommen?

Der Gerichtstag löste nicht nur wegen des Arztes einige Schlagzeilen aus, sondern auch wegen seinen Unterstützern. Zum Gerichtstermin erschienen nämlich unter anderem Freiheitstrychler, die vor dem Gerichtsgebäude gegen «das derzeitige ungerechte Medizinsystem» demonstrierten.

Sie standen dem Angeklagten während der Verhandlung draussen mit Glocken, Plakaten und Bannern bei.

Arzt muss Busse von 3600 Franken zahlen

Die Unterstützung vor Ort scheint dem Arzt vom Zürichsee aber nicht sonderlich viel genützt zu haben. Er wurde nämlich am gestrigen Mittwoch – also knapp zwei Wochen nach der Verhandlung – in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Darüber berichtet das «Höfner Volksblatt».

Demnach verurteilt ihn das Bezirksgericht aufgrund der mehrfachen vorsätzlichen Widerhandlungen gegen das Heilmittelgesetz und der Hinderung einer Amtshandlung.

Bei einer Hausdurchsuchung im Februar 2022 stellten die Behörden die verbotenen Tabletten sicher. Dabei soll der Arzt den Beamten den Zutritt zu seiner Privatwohnung verweigert haben. Es wird sogar erwähnt, dass er sich mit körperlichem Widerstand gegen die Durchsuchung gewehrt haben soll.

Die Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 180 Franken wird zur Bewährung ausgesetzt und bleibt für zwei Jahre aufgeschoben. Bezahlen muss der Arzt aus Höfe eine Busse von 3600 Franken. Die beschlagnahmten Medikamente werden von den Behörden vernichtet.

«Off-Label-Use» spielte im Corona-Prozess eine zentrale Rolle

Die Urteilsbegründung liegt dem «Höfner Volksblatt» nicht vor. Fest steht jedoch, dass der sogenannte «Off-Label-Use» eine zentrale Rolle im Verfahren spielte.

Während der Corona-Pandemie durften Ärzte unter bestimmten Bedingungen Medikamente verschreiben, die nicht explizit für die Behandlung von Covid-19 zugelassen waren.

Ivermectin Coronavirus
Das Medikament Ivermectin dient eigentlich zur Entwurmung von Nutztieren. Gegen das Coronavirus ist das Medikament weder zugelassen noch sehen Experten eindeutige Effekte. - Keystone

Laut dem zuständigen Richter sei dies jedoch nur in Ausnahmefällen gestattet gewesen. Gegenüber der Zeitung bezeichnete der Richter den Begriff als «anspruchsvoll und kompliziert».

Der Fund von Tausenden Tabletten deutet darauf hin, dass er Ivermectin nicht nur vereinzelt, sondern wiederholt verschrieben hat. Das Urteil des Bezirksgerichts ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.

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Kommentare

Scherrba

Diese Mensch wurden aif jeden Fall vom Arzt über das Medi aufgeklärt! Was man bei den "Gespritzten" nicht sagen kann, weil niemand genau wusste, was in der Brühe drin ist, und wie sie wirkt!!!! Dann lieber Ivermectin!

Scherrba

Es wäre schön und unserer Vergassung würdig, wenn jeder Mensch frei und ohne Angst vor Repressionen wählen könnte, mit welchen Medis er einer Grippe beikommen möchte! Die einen setzen auf genverändernde Spritzen, die anderen auf Entwurmungsmittel..... jeder wie er will! Auf eigene Verantwortung!

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